Trauer-Vers über jemands Absterben
unknownNun danket alle Gott, Weil dieser Mann erblichen, Der uns mit vielem Spott Und Lästern überstrichen. Nun ist der Feinde Rott Geringer, samt der Quaal, Drum sing ich noch einmahl: Nun danket alle Gott.
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Interpretation
Das Gedicht "Trauer-Vers über jemands Absterben" von Sidonia Hedwig Zäunemann ist eine ungewöhnliche Trauerode, die eher von Erleichterung und Genugtuung als von echtem Kummer geprägt ist. Der Sprecher dankt Gott dafür, dass ein Mensch gestorben ist, der als Quelle des Spotts und der Lästerung galt. Die Freude über das Ableben dieses Mannes steht im Vordergrund, was einen starken Kontrast zu herkömmlichen Trauertexten bildet. Die Sprache des Gedichts ist einfach und direkt, was die emotionale Intensität der Botschaft unterstreicht. Die Wiederholung der Anrede "alle Gott" und der Schlusszeile "Nun danket alle Gott" betont die gemeinschaftliche Erleichterung und den geteilten Hass auf den Verstorbenen. Die Verwendung des Wortes "erblichen" für den Tod lässt diesen als gerechte Strafe erscheinen, was die moralische Bewertung des Toten durch den Sprecher verdeutlicht. Die Struktur des Gedichts mit seinen kurzen, prägnanten Versen verstärkt die Wirkung der Botschaft. Die Erwähnung der "Feinde Rott" und der "Quaal", die nun geringer seien, verdeutlicht die wahrgenommene Bedrohung, die von dem Verstorbenen ausging. Das Gedicht wirft Fragen nach der Natur von Schuld, Strafe und kollektiver Erleichterung auf und zeigt, wie Tod als Lösung für soziale Konflikte betrachtet werden kann.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Nun danket alle Gott
- Metapher
- Der uns mit vielem Spott Und Lästern überstrichen
- Personifikation
- Nun ist der Feinde Rott Geringer
- Reimschema
- AABB