Träumerei in Hellblau

Georg Heym

1887

Alle Landschaften haben Sich mit Blau gefüllt. Alle Büsche und Bäume des Stromes, Der weit in den Norden schwillt.

Blaue Länder der Wolken, Weiße Segel dicht, Die Gestade des Himmels in Fernen Zergehen in Wind und Licht.

Wenn die Abende sinken Und wir schlafen ein, Gehen die Träume, die schönen, Mit leichten Füßen herein.

Zymbeln lassen sie klingen In den Händen licht. Manche flüstern, und halten Kerzen vor ihr Gesicht.

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Illustration zu Träumerei in Hellblau

Interpretation

Das Gedicht "Träumerei in Hellblau" von Georg Heym entführt den Leser in eine Welt, die von Farben und Träumen durchdrungen ist. Die Landschaften sind in ein tiefes Blau getaucht, was eine ruhige und friedliche Atmosphäre schafft. Der Fluss, der sich weit in den Norden erstreckt, verleiht dem Gedicht eine weite und offene Dimension. Die Wolken und Segel tragen zur himmlischen Stimmung bei, wobei der Himmel in der Ferne zu verschwinden scheint, als würde er sich in Wind und Licht auflösen. Die zweite Strophe führt den Übergang von Tag zu Nacht ein. Wenn die Abende sinken und die Menschen schlafen, treten die Träume ein. Diese Träume werden als schön und leicht beschrieben, fast wie zarte Besucher, die mit sanften Schritten hereinkommen. Die Verwendung von Zymbeln und Kerzen verleiht den Träumen eine fast musikalische und visuelle Qualität, die ihre ätherische Natur unterstreicht. Die letzten Strophen des Gedichts betonen die geheimnisvolle und faszinierende Natur der Träume. Die Zymbeln, die in den Händen der Träume erklingen, erzeugen einen hellen und klaren Klang, der die Stille der Nacht durchbricht. Einige Träume flüstern und halten Kerzen vor ihr Gesicht, was eine intime und geheimnisvolle Atmosphäre schafft. Dies deutet darauf hin, dass Träume sowohl sichtbar als auch hörbar sind und eine tiefe Verbindung zur inneren Welt des Träumenden haben. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Sehnsucht nach einer Welt, die jenseits des Alltäglichen liegt. Die Verwendung von Farben, Klängen und Bildern schafft eine traumhafte Atmosphäre, die den Leser in eine andere Realität entführt. Georg Heym gelingt es, die Schönheit und das Geheimnis der Träume einzufangen und sie in einer Weise zu präsentieren, die sowohl beruhigend als auch faszinierend ist.

Schlüsselwörter

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Wortwolke zu Träumerei in Hellblau

Stilmittel

Alliteration
Weiße Segel dicht
Bildlichkeit
Manche flüstern, und halten Kerzen vor ihr Gesicht
Metapher
Gehen die Träume, die schönen, mit leichten Füßen herein
Personifikation
Zymbeln lassen sie klingen in den Händen licht