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Tränen im Auge

Von

Warum so bleich und blass,
Geliebtes Angesicht?
Warum von Tränen nass,
O du mein Augenlicht?

Manch Leid will ich bestehn,
Und ich verzage nicht —
Dich aber weinen sehn,
Ach, ich ertrag’ es nicht.

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Gedicht: Tränen im Auge von Ernst von Wildenbruch

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Tränen im Auge“ von Ernst von Wildenbruch ist ein kurzes, inniges Liebesgedicht, das die tiefe Sorge und das Mitgefühl des Sprechers für die geliebte Person zum Ausdruck bringt. Es zeichnet sich durch eine einfache, klare Sprache und einen direkten, gefühlvollen Ton aus, der die emotionale Intensität der Situation hervorhebt. Das Gedicht konzentriert sich auf das Leid der geliebten Person und die Unfähigkeit des Sprechers, dieses Leid mitanzusehen.

Der erste Abschnitt, bestehend aus den ersten vier Versen, stellt die Ausgangssituation dar: Die geliebte Person ist bleich, blass und weint. Die direkten Fragen „Warum so bleich und blass“ und „Warum von Tränen nass“ zeugen von der unmittelbaren Reaktion des Sprechers auf den Zustand der geliebten Person und unterstreichen seine Besorgnis. Die Anrede „Geliebtes Angesicht“ und „O du mein Augenlicht“ offenbart die tiefe Zuneigung und Verehrung, die der Sprecher für die Person empfindet. Das „Augenlicht“ ist hierbei eine Metapher für die Geliebte als Quelle der Freude und des Lebens.

Der zweite Abschnitt, die letzten vier Verse, beleuchtet die Reaktion des Sprechers auf das Leid der geliebten Person. Er drückt seine Bereitschaft aus, selbst großes Leid zu ertragen („Manch Leid will ich bestehn, / Und ich verzage nicht“). Diese Aussage demonstriert seine Stärke und sein Engagement für die Beziehung. Allerdings stößt er an seine Grenzen, wenn er die geliebte Person weinen sieht. Die Wiederholung des Wortes „nicht“ in den letzten Zeilen verstärkt das Gefühl der Hilflosigkeit und das tiefe Mitgefühl des Sprechers: „Dich aber weinen sehn, / Ach, ich ertrag’ es nicht.“ Das Gedicht endet mit einem Appell an das Herz, der die emotionale Wucht des Schmerzes der geliebten Person widerspiegelt.

Die Stärke des Gedichts liegt in seiner Einfachheit und Direktheit. Der Autor verzichtet auf komplexe Metaphern und verschachtelte Satzkonstruktionen. Stattdessen verwendet er klare, prägnante Worte, die die Kernbotschaft unmissverständlich vermitteln: Die Liebe und Fürsorge des Sprechers für die geliebte Person sind so stark, dass er ihr Leid nicht ertragen kann. Die Verwendung von Reimen (z.B. „blass – nass“, „bestehn – nicht“) trägt zur musikalischen Qualität des Gedichts bei und unterstreicht seine emotionale Wirkung. Das Gedicht ist ein klares Beispiel für romantische Lyrik, die sich auf die Intensität von Gefühlen und die Verbindung zwischen Liebenden konzentriert.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.