Logo der Website, Schriftzug "Poesie Oase" mit Palmen umrandet.
,

Tief von fern

Von

Aus des Abends weißen Wogen
taucht ein Stern;
tief von fern
kommt der junge Mond gezogen.

Tief von fern,
aus des Morgens grauen Wogen,
langt der große blasse Bogen
nach dem Stern.

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Tief von fern von Richard Dehmel

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Tief von fern“ von Richard Dehmel beschreibt in vier Versen eine Szene der Abend- und Morgendämmerung, in der Himmelskörper wie Stern und Mond im Mittelpunkt stehen. Es ist geprägt von einer klaren Struktur und dem wiederholten Einsatz der Formulierung „Tief von fern“, die das zentrale Thema des Gedichts, die Entfernung und das Fernweh, unterstreicht. Die Wahl der Worte und die Reihenfolge der Verse schaffen eine Atmosphäre der Ruhe und des Friedens, die durch die Beschreibung der Himmelskörper in Szene gesetzt wird.

Die Wiederholung von „Tief von fern“ betont die Distanz, sowohl räumlich als auch zeitlich. Sie deutet auf eine Sehnsucht nach der Ferne, nach dem Unbekannten, die im Gedicht zum Ausdruck kommt. Das „weiße Wogen“ des Abends und die „grauen Wogen“ des Morgens beschreiben die Übergänge von Tag und Nacht, die Momente der Veränderung und des Wandels. Der Stern und der Mond werden zu Symbolen für Licht und Dunkelheit, für das Erscheinen und Verschwinden, für die Zyklen des Lebens.

Die Verwendung des Wortes „gezogen“ beim Mond und „langt“ beim Bogen vermittelt den Eindruck einer langsamen, fast mystischen Bewegung. Der junge Mond und der blasse Bogen werden so zu Akteuren in einem himmlischen Schauspiel. Der „große blasse Bogen“ am Morgen, vermutlich die Sonne, greift nach dem Stern, was einen Übergang von der Nacht zum Tag andeutet. Dies könnte als Metapher für das Streben nach Erfüllung, nach dem Erreichen eines Ziels interpretiert werden.

Insgesamt ist das Gedicht eine Reflexion über die Schönheit der Natur, die Unendlichkeit des Raumes und die Vergänglichkeit des Lebens. Dehmel gelingt es, mit wenigen Worten eine poetische Szene zu erschaffen, die zum Nachdenken über die großen Themen der Existenz anregt. Die klaren Bilder und die einfache Sprache machen das Gedicht zugänglich, während die tieferen Ebenen der Bedeutung den Leser dazu einladen, über die Beziehung zwischen Mensch und Kosmos zu reflektieren.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.