Tief von fern
1920Aus des Abends weißen Wogen taucht ein Stern; tief von fern kommt der junge Mond gezogen.
Tief von fern, aus des Morgens grauen Wogen, langt der große blasse Bogen nach dem Stern.
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Interpretation
Das Gedicht "Tief von fern" von Richard Dehmel ist eine poetische Darstellung des Übergangs vom Abend zur Morgendämmerung. Es beschreibt den Aufgang eines Sterns am Abendhimmel und den anschließenden Aufzug des jungen Mondes. Der Stern taucht aus den "weißen Wogen" des Abends auf und wird von dem jungen Mond, der tief von fern kommt, begleitet. In der zweiten Strophe wird der Übergang zur Morgendämmerung beschrieben. Der Mond, nun als "großer blasser Bogen" dargestellt, streckt sich nach dem Stern aus, der immer noch am Himmel steht. Dies könnte als symbolische Darstellung des Übergangs von Nacht zu Tag interpretiert werden, wobei der Mond den Stern in den neuen Tag zieht. Das Gedicht zeichnet sich durch seine eindringliche Bildsprache und die Verwendung von Naturmetaphern aus. Die "Wogen" des Abends und der Morgendämmerung verleihen dem Gedicht eine fließende, dynamische Qualität, die den kontinuierlichen Wandel der Zeit und des Tagesablaufs widerspiegelt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- langt der große blasse Bogen nach dem Stern
- Metapher
- aus des Morgens grauen Wogen
- Parallelismus
- Tief von fern, aus des Morgens grauen Wogen
- Personifikation
- kommt der junge Mond gezogen