Tief unter mir ist alle Welt geschwunden...

Clemens Brentano

1842

Tief unter mir ist alle Welt geschwunden Seit ich an eines schönen Geistes Hand, Die Binde von den Augen losgebunden, Auf meines Daseins höchster Zinne stand, Ist alle Lust oft rund um mich gewunden Weil sich die Liebe schaffend um mich wand, Auch wird wohl einst mein krankes Herz gesunden Hab ich die Aussicht wieder nur gefunden.

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Interpretation

Das Gedicht "Tief unter mir ist alle Welt geschwunden" von Clemens Brentano beschreibt eine tiefgreifende spirituelle Erfahrung. Der Sprecher befindet sich auf einer erhöhten Position, symbolisiert durch die "höchste Zinne seines Daseins", von wo aus er die Welt unter sich wahrnimmt. Diese Position wird durch die Führung eines "schönen Geistes" erreicht, der dem Sprecher die Augenbinde löst und ihm somit eine neue, erleuchtete Perspektive ermöglicht. Die Erfahrung dieser erhöhten Sichtweise bringt eine intensive Lust und Freude mit sich, da sich die Liebe um den Sprecher herum ausbreitet und schaffend wirkt. Die Welt erscheint in einem neuen, positiven Licht, und der Sprecher fühlt sich von der Liebe umgeben und durchdrungen. Diese Erfahrung ist jedoch auch mit einer gewissen Sehnsucht verbunden, da der Sprecher hofft, dass sein "krankes Herz" genesen wird, sobald er diese Aussicht wiederfindet. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und der spirituellen Erleuchtung. Es zeigt, dass durch die Führung eines höheren Geistes und die Öffnung der Augen für neue Perspektiven eine tiefgreifende Veränderung im Leben des Sprechers stattfinden kann. Die Welt erscheint in einem neuen Licht, und die Liebe wird zur treibenden Kraft, die Heilung und Freude bringt. Das Gedicht lädt den Leser ein, sich ebenfalls auf die Suche nach spiritueller Erleuchtung und der heilenden Kraft der Liebe zu begeben.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Auch wird wohl einst mein krankes Herz gesunden Hab ich die Aussicht wieder nur gefunden
Hyperbel
Auf meines Daseins höchster Zinne stand
Metapher
Seit ich an eines schönen Geistes Hand, Die Binde von den Augen losgebunden
Personifikation
Ist alle Lust oft rund um mich gewunden Weil sich die Liebe schaffend um mich wand
Symbolik
Tief unter mir ist alle Welt geschwunden