Thränen
1849Wie sanft naht jene Trauermelodie Mir durch des Abends leise Dämmerhülle. Aus Deines Tones wunderbarer Fülle Entquillt mir Trost in süsser Harmonie.
Es schwebt die Stimme meiner innern Schmerzen Auf Deinen Saiten, und sie bringen mir, Herbei gelockt, Geliebteste! von Dir Das still ersehnte Labsal kranker Herzen.
Denn meinen Busen hob ein banges Sehnen - Ich danke Dir, Du hast es mir versüsst, Hast mir gegeben, was mich freundlich grüsst, Die lang entbehrte Lind′rung stiller Thränen.
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Interpretation
Das Gedicht "Thränen" von Charlotte von Ahlefeld beschreibt die tröstliche Wirkung einer Trauermelodie, die dem lyrischen Ich in einer düsteren Abendstimmung begegnet. Die sanfte Musik dringt wie eine sanfte Melodie durch die Dämmerung und spendet dem Sprecher Trost in einer "süssen Harmonie". Die Musik wird als Quelle der Erleichterung und des Trostes dargestellt, die aus den Tiefen des eigenen Schmerzes hervorgeht und vom Geliebten herbeigeführt wird. Die zweite Strophe vertieft die Verbindung zwischen der Musik und dem inneren Schmerz des lyrischen Ichs. Die Stimme des eigenen Schmerzes schwebt auf den Saiten der Musik und bringt dem Sprecher das ersehnte "Labsal kranker Herzen". Die Musik wird als Balsam für die Seele dargestellt, der vom Geliebten herbeigeholt wird und das sehnende Herz erleichtert. Der Sprecher dankt dem Geliebten dafür, dass er ihm den Trost geschenkt hat, den er so lange entbehrt hat. Die letzte Strophe betont die Dankbarkeit des lyrischen Ichs gegenüber dem Geliebten, der ihm durch die Musik Trost und Erleichterung geschenkt hat. Die Musik wird als "Lind'rung stiller Thränen" beschrieben, die dem Sprecher geholfen hat, seinen Schmerz zu lindern und seine Sehnsucht zu besänftigen. Das Gedicht endet mit einem Ausdruck der Dankbarkeit für die heilende Wirkung der Musik, die dem lyrischen Ich geholfen hat, seine inneren Kämpfe zu überwinden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Die lang entbehrte Lind′rung stiller Thränen
- Personifikation
- Auf Deinen Saiten, und sie bringen mir