Thorwaldsen (2)

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1804

Dir ist die Grazie erschienen in hoher schweigender Weihe, All′ ihre Seele hat sie, all′ ihren Ernst dir enthüllt. Denn zur Seite ging ihr der Schönheit Schwester, die Weisheit, Und erschloß dir zum Schau′n dieser Gesichte den Blick.

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Interpretation

Das Gedicht "Thorwaldsen (2)" von Wilhelm Friedrich Waiblinger thematisiert die Erscheinung der Grazie in einer ehrwürdigen und stillen Weise. Die Grazie, personifiziert, offenbart dem Betrachter ihre ganze Seele und ihren Ernst. Sie wird nicht allein gezeigt, sondern begleitet von der Schwester der Schönheit, der Weisheit. Diese Weisheit führt den Betrachter an und ermöglicht es ihm, die Schönheit dieser Visionen wahrzunehmen und zu verstehen. Das Gedicht betont die enge Verbindung zwischen Grazie, Schönheit und Weisheit und deutet an, dass wahre Schönheit nur in Verbindung mit Weisheit vollständig erfasst werden kann. Die Sprache des Gedichts ist sehr bildhaft und metaphorisch. Die Grazie wird als eine göttliche Erscheinung dargestellt, die in "hoher schweigender Weihe" erscheint. Die Verwendung von Worten wie "Seele" und "Ernst" verleiht der Grazie eine tiefe, fast spirituelle Bedeutung. Die Weisheit wird als Führerin dargestellt, die den Blick des Betrachters für die Schönheit öffnet. Dies deutet darauf hin, dass die Weisheit eine Schlüsselrolle bei der Erfassung und Wertschätzung wahrer Schönheit spielt. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Ehrfurcht vor der Schönheit und der Weisheit und legt nahe, dass diese beiden Qualitäten untrennbar miteinander verbunden sind.

Schlüsselwörter

all grazie erschienen hoher schweigender weihe seele ernst

Wortwolke

Wortwolke zu Thorwaldsen (2)

Stilmittel

Alliteration
All′ ihre Seele hat sie, all′ ihren Ernst dir enthüllt
Metapher
Und erschloß dir zum Schau′n dieser Gesichte den Blick
Personifikation
All′ ihre Seele hat sie, all′ ihren Ernst dir enthüllt
Symbolik
der Schönheit Schwester, die Weisheit