Taufspruch

Felix Dahn

unknown

Als Mädchen ist das Kind geboren, Das mit dem ersten Lied ich grüße. Ein sanftes Los ist ihm gekoren: - Des Weibes Los voll Weh und Süße.

Erspart sind ihr die rauhen Wege Des Mann′s im Frieden und im Kriege, Und in des Hauses Weihgehege Beschlossen sind all′ ihre Siege.

Doch auch in diese Friedensräume Bricht Kampf und Leid sich oft die Bahn, Und auch für Irmgard′s Mädchenträume Wird einstens das Erwachen nah′n.

Dann soll ihr Lebenslos entscheiden Die echte Liebe voll und reich: Die Liebe, die uns tränkt mit Leiden Und krönt mit Seligkeit zugleich!

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Illustration zu Taufspruch

Interpretation

Das Gedicht "Taufspruch" von Felix Dahn ist ein feierlicher und zugleich nachdenklicher Text, der einer neugeborenen Tochter gewidmet ist. Es beginnt mit einer zarten Begrüßung des Kindes, das mit dem ersten Lied des Sprechers willkommen geheißen wird. Das Gedicht betont die sanfte Bestimmung des Mädchens, die von Weh und Süße geprägt ist, und kontrastiert dies mit den rauen Wegen, die Männern im Frieden und Krieg bevorstehen. Die häusliche Sphäre wird als ein Ort des Friedens und der Siege für Frauen dargestellt. Der zweite Teil des Gedichts erkennt an, dass auch in diesem friedlichen Bereich Kampf und Leid oft Einzug halten. Es wird darauf hingewiesen, dass auch die Träume des Mädchens Irmgard eines Tages einem Erwachen weichen werden. Der Sprecher deutet an, dass das Mädchen im Laufe ihres Lebens Herausforderungen und Schwierigkeiten meistern muss, die auch in der scheinbar sicheren häuslichen Umgebung auftreten können. Im letzten Teil des Gedichts wird die Hoffnung ausgedrückt, dass die Liebe das Schicksal des Mädchens bestimmen wird. Die Liebe wird als eine Kraft beschrieben, die sowohl Leiden als auch Seligkeit bringt. Der Sprecher wünscht sich, dass die echte Liebe, die sowohl schmerzhaft als auch erfüllend sein kann, das Leben des Mädchens leiten und prägen wird.

Schlüsselwörter

los voll liebe mädchen kind geboren ersten lied

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Stilmittel

Gegenüberstellung
Erspart sind ihr die rauhen Wege / Des Mann's im Frieden und im Kriege
Kontrast
Doch auch in diese Friedensräume / Bricht Kampf und Leid sich oft die Bahn
Metapher
Des Weibes Los voll Weh und Süße
Parallelismus
Die Liebe, die uns tränkt mit Leiden / Und krönt mit Seligkeit zugleich
Personifikation
In des Hauses Weihgehege / Beschlossen sind all' ihre Siege
Vorahnung
Und auch für Irmgard's Mädchenträume / Wird einstens das Erwachen nah'n