Tasso

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1804

Du wirst bleiben, so lange Musik und melodischer Wohllaut Dein entzückendes Welsch noch sich zur Wiege bestimmt, Und so lange die Lieb′ in zärtlichem Feuer die Sprache Der Musik, und des Reichs lieblicher Töne sich wählt. Aber Homer, er gefällt mir schon nicht im Virgil, wie gefiele Darum in deinem Gedicht, Tasso, mir gar nun Virgil?

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Illustration zu Tasso

Interpretation

Das Gedicht "Tasso" von Wilhelm Friedrich Waiblinger ist eine Hommage an den italienischen Dichter Torquato Tasso und seine lyrischen Werke. Der Autor preist die zeitlose Schönheit und den Einfluss von Tassos Poesie, die durch ihre musikalische Qualität und melodische Anmut besticht. Waiblinger betont, dass Tassos Werke so lange Bestand haben werden, wie Musik und melodischer Wohlklang existieren und die Liebe die Sprache der Musik als Ausdrucksmittel wählt. Der Dichter stellt die Frage, warum Virgil, ein römischer Dichter, in Tassos Werk gefallen sollte, wenn er ihm bereits im homerischen Epos nicht zusagt. Dies deutet darauf hin, dass Waiblinger Tassos Poesie als etwas Einzigartiges und Unvergleichliches ansieht, das sich von anderen literarischen Werken abhebt. Er scheint zu suggerieren, dass Tassos lyrische Meisterschaft so überragend ist, dass sie selbst die Werke großer Dichter wie Homer und Virgil in den Schatten stellt. Waiblinger verleiht Tassos Poesie eine universelle und zeitlose Qualität, indem er sie mit der ewigen Natur von Musik und Liebe in Verbindung bringt. Die Verwendung von Begriffen wie "entzückend", "melodisch" und "zärtlich" unterstreicht die emotionale Tiefe und ästhetische Schönheit von Tassos Werk. Das Gedicht selbst wird somit zu einer Ode auf die Kraft der Poesie, die über Zeit und Kultur hinweg Bestand hat und die menschliche Seele berührt.

Schlüsselwörter

lange musik virgil wirst bleiben melodischer wohllaut entzückendes

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Stilmittel

Anapher
Du wirst bleiben, so lange Musik und melodischer Wohllaut / Dein entzückendes Welsch noch sich zur Wiege bestimmt, / Und so lange die Lieb′ in zärtlichem Feuer die Sprache / Der Musik, und des Reichs lieblicher Töne sich wählt.
Hyperbel
Du wirst bleiben, so lange Musik und melodischer Wohllaut
Rhetorische Frage
Aber Homer, er gefällt mir schon nicht im Virgil, wie gefiele / Darum in deinem Gedicht, Tasso, mir gar nun Virgil?