Täuschung
1824Ein Licht tanzt freundlich vor mir her, Ich folg′ ihm nach die Kreuz und Quer; Ich folg′ ihm gern und seh′s ihm an, Daß es verlockt den Wandersmann.
Ach! wer wie ich so elend ist, Gibt gern sich hin der bunten List, Die hinter Eis und Nacht und Graus Ihm weist ein helles, warmes Haus. Und eine liebe Seele drin. - Nur Täuschung ist für mich Gewinn!
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Interpretation
Das Gedicht "Täuschung" von Wilhelm Müller handelt von der Sehnsucht und dem Schmerz eines Wanderers, der von einem Licht angezogen wird, das ihm Hoffnung und Wärme verspricht. Das Licht tanzt freundlich vor ihm her und lockt ihn, ihm zu folgen. Der Wanderer folgt dem Licht bereitwillig und erkennt, dass es dazu bestimmt ist, Reisende wie ihn zu verführen. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt die Verzweiflung des Wanderers, der so elend ist, dass er sich gerne der bunten List hingibt, die ihm ein helles, warmes Haus und eine liebe Seele darin vorgaukelt. Doch letztendlich bleibt ihm nur die Täuschung als Gewinn. Das Gedicht vermittelt ein Gefühl von Einsamkeit, Sehnsucht und der Unerreichbarkeit von Wärme und Geborgenheit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Kreuz und Quer
- Enjambement
- Nur Täuschung ist für mich Gewinn!
- Kontrast
- Hinter Eis und Nacht und Graus...helles, warmes Haus
- Metapher
- die bunten List
- Personifikation
- Ein Licht tanzt freundlich vor mir her
- Symbolik
- Haus als Symbol für Hoffnung und Geborgenheit