Suleika

Marianne von Willemer

1815

Hochbeglückt in deiner Liebe Schelt′ ich nicht Gelegenheit; Ward sie auch an dir zum Diebe, Wie mich solch ein Raub erfreut!

Warum läßt du dich berauben? Gib dich mir aus freier Wahl; Gar zu gerne möcht ich glauben - Daß dein Herz ich selber stahl.

Was so willig du gegeben, Bringt dir herrlichen Gewinn; Meine Ruh, mein reiches Leben Geb ich freudig, nimm es hin!

Scherze nicht! Nichts von Verarmen! Macht uns nicht die Liebe reich? Halt ich dich in meinen Armen, Welch ein Glück ist meinem gleich.

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Illustration zu Suleika

Interpretation

Das Gedicht "Suleika" von Marianne von Willemer ist ein leidenschaftliches Liebesgedicht, das die tiefe Verbundenheit und das Glück in einer Liebesbeziehung zum Ausdruck bringt. Die Sprecherin preist die Liebe, die sie erfährt, und zeigt sich dankbar für die Gelegenheiten, die ihr diese Liebe bietet. Sie empfindet Freude und Erfüllung in der Liebe, selbst wenn sie als Diebstahl betrachtet wird, da sie den Raub ihrer Liebe als höchstes Glück empfindet. Die zweite Strophe zeigt die Sehnsucht der Sprecherin nach einer freiwilligen Hingabe des Geliebten. Sie wünscht sich, dass er sich ihr aus freien Stücken schenkt, und träumt davon, sein Herz gestohlen zu haben. Die Sprecherin ist bereit, alles für die Liebe zu geben und ihr eigenes Glück und ihre Ruhe dem Geliebten zu schenken. Sie betont, dass die Liebe sie nicht arm macht, sondern im Gegenteil reich beschenkt. Die letzte Strophe verdeutlicht die Intimität und das Glück, das die Sprecherin in den Armen des Geliebten erfährt. Sie bittet ihn, nicht zu scherzen und nicht von Verarmung zu sprechen, da die Liebe sie reich macht. Die Sprecherin vergleicht ihr Glück mit keinem anderen und betont die Einzigartigkeit und Vollkommenheit ihrer Liebe. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Leidenschaft und Hingabe in der Liebe, die als höchstes Glück empfunden wird.

Schlüsselwörter

liebe hochbeglückt schelt gelegenheit ward diebe solch raub

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Stilmittel

Hyperbel
Welch ein Glück ist meinem gleich.
Metapher
Ward sie auch an dir zum Diebe, Wie mich solch ein Raub erfreut!
Parallelismus
Meine Ruh, mein reiches Leben
Personifikation
Scherze nicht! Nichts von Verarmen!
Rhetorische Frage
Was so willig du gegeben, Bringt dir herrlichen Gewinn;