Sulamith
1901O, ich lernte an deinem süßen Munde zu viel der Seligkeiten kennen! Schon fühl’ ich die Lippen Gabriels auf meinem Herzen brennen… und die Nachtwolke trinkt meinen tiefen Cederntraum. O, wie dein Leben mir winkt! Und ich vergehe mit blühendem Herzeleid! Und verwehe im Weltraum, in Zeit, in Ewigkeit, und meine Seele verglüht in den Abendfarben Jerusalems.
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Interpretation
Das Gedicht "Sulamith" von Else Lasker-Schüler ist ein lyrisches Werk, das von Sehnsucht und Verlust erzählt. Die Sprecherin erinnert sich an die süßen Küsse der Geliebten und fühlt sich von deren Leben angezogen. Doch die Liebe ist unerreichbar und die Sprecherin muss sich von ihr verabschieden. Das Gedicht endet mit einem Bild der Auflösung und des Vergehens in der Unendlichkeit. Das Gedicht beginnt mit einem Ausruf der Sprecherin, die an den süßen Mund der Geliebten denkt. Sie hat an ihm zu viel der Seligkeiten kennengelernt, was darauf hindeutet, dass die Liebe sehr intensiv und erfüllend war. Doch nun spürt sie die Lippen Gabriels auf ihrem Herzen brennen, was auf eine religiöse oder spirituelle Dimension der Liebe hindeutet. Gabriel ist ein Engel, der in der Bibel als Bote Gottes auftritt. Vielleicht symbolisiert er hier die Unerreichbarkeit der Geliebten oder die Vergänglichkeit der Liebe. Die Sprecherin fühlt sich von dem Leben der Geliebten angezogen, das ihr zuwinkt. Doch sie muss sich von ihr verabschieden und vergehen mit blühendem Herzeleid. Das Herzeleid ist eine Metapher für die tiefe Trauer und den Schmerz, den die Sprecherin empfindet. Sie verweht im Weltraum, in der Zeit und in der Ewigkeit, was auf eine Auflösung und ein Vergehen in der Unendlichkeit hindeutet. Ihre Seele verglüht in den Abendfarben Jerusalems, was auf einen Ort der Sehnsucht und des Verlusts hindeutet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Ich lernte an deinem süßen Munde zu viel der Seligkeiten kennen
- Metapher
- meine Seele verglüht in den Abendfarben Jerusalems
- Personifikation
- Und verwehe im Weltraum
- Symbolik
- blühendem Herzeleid