Subiaco
1804Gerne bliebst du im Kloster, im Rosengärtchen, das lieblich Wie ein Märchen so hoch über dem Anio hängt. Aber ein Frauengeschlecht von vollendeter üppiger Schönheit Zieht aus dem Himmel, es zieht dich auf die Erde zurück.
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Interpretation
Das Gedicht "Subiaco" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschreibt den inneren Konflikt des lyrischen Ichs, das sich zwischen dem geistlichen Leben im Kloster und der Anziehungskraft der irdischen Schönheit hin- und hergerissen fühlt. Die idyllische Klosteranlage, ein "Rosengärtchen", das wie ein Märchen über dem Fluss Anio thront, symbolisiert die asketische und himmlische Existenz. Doch diese scheinbare Vollkommenheit wird durch den unwiderstehlichen Ruf der Welt gestört. Die "vollendete üppige Schönheit" einer Frauengestalt steht als Inbegriff weltlicher Verlockung im Kontrast zur klösterlichen Askese. Die Verwendung des Wortes "vollendet" unterstreicht die Vollkommenheit und Anziehungskraft dieser Schönheit, die das lyrische Ich nicht widerstehen kann. Der Himmel, der die Frauengestalt sendet, deutet auf eine göttliche oder schicksalhafte Bestimmung hin, die den Rückzug aus der Welt unmöglich macht. Letztlich führt die unwiderstehliche Anziehungskraft der irdischen Schönheit dazu, dass das lyrische Ich den Rückzug ins Kloster aufgibt und sich wieder der Welt zuwendet. Die "Erde" symbolisiert hier die lebendige, sinnliche Existenz, die den Reiz des geistlichen Lebens übertrumpft. Das Gedicht vermittelt somit die Idee, dass die menschliche Natur, trotz aller Versuche der Askese, letztlich von den Reizen der Welt angezogen wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- im Rosengärtchen, das lieblich Wie ein Märchen so hoch über dem Anio hängt
- Hyperbel
- ein Frauengeschlecht von vollendeter üppiger Schönheit
- Kontrast
- Gerne bliebst du im Kloster ... es zieht dich auf die Erde zurück
- Personifikation
- das lieblich Wie ein Märchen