Strophe
1782Gewiß, ich wäre schon so ferne, ferne, So weit die Welt nur offen liegt, gegangen, Bezwängen mich nicht übermächt′ge Sterne, Die mein Geschick an deines angehangen, Daß ich in dir nun erst mich kennenlerne. Mein Dichten, Trachten, Hoffen und Verlangen Allein nach dir und deinem Wesen drängt, Mein Leben nur an deinem Leben hängt.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Strophe" von Johann Wolfgang von Goethe beschreibt die tiefe Verbundenheit des lyrischen Ichs mit einer geliebten Person. Das Ich fühlt sich durch übermächtige Sterne an das Schicksal der Geliebten gebunden, was es daran hindert, weit von ihr wegzugehen. Die Welt liegt offen und bereit für eine Reise, doch das Schicksal hat das Ich an die Geliebte gekettet. Diese unerwartete Bindung führt dazu, dass das Ich sich erst durch die Beziehung zur Geliebten selbst kennenlernt. Die zweite Strophe verdeutlicht die Intensität der Gefühle und die totale Ausrichtung des Ichs auf die Geliebte. Alles, was das Ich denkt, hofft und begehrt, dreht sich allein um die Angebetete und ihr Wesen. Das Leben des Ichs ist untrennbar mit dem Leben der Geliebten verbunden. Diese tiefe Verbundenheit und Abhängigkeit wird durch die Wiederholung des Wortes "dein" und die Betonung der Einheit von "mein Leben" und "deinem Leben" unterstrichen. Das Gedicht vermittelt eine starke emotionale Intensität und die Vorstellung einer unausweichlichen Bestimmung. Die übermächtigen Sterne symbolisieren die kosmische Kraft, die das Schicksal des Ichs mit dem der Geliebten verknüpft. Diese Verbindung wird als etwas Positives dargestellt, da sie dem Ich ermöglicht, sich selbst besser zu verstehen und ein erfülltes Leben zu führen. Die Sprache ist poetisch und voller Leidenschaft, was die Tiefe der Gefühle und die Bedeutung der Beziehung für das Ich unterstreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Dichten, Trachten, Hoffen und Verlangen
- Anapher
- ferne, ferne
- Hyperbel
- So weit die Welt nur offen liegt
- Metapher
- übermächt′ge Sterne
- Parallelismus
- Mein Dichten, Trachten, Hoffen und Verlangen / Allein nach dir und deinem Wesen drängt
- Personifikation
- Sterne ... die mein Geschick an deines angehangen