Stilles Grab
1819Tief im Schatten kühler Bäume Lag ich still im Waldesgrün, Uns den Blättern sahn, wie Träume, Blüten hell im Abendglühn.
Und die Zweige hingen nieder, Liebeathmend, auf mein Haupt, Und das Grün hielt mir die Glieder Bis ins Herz hinein umlaubt.
Alles schwieg! — die Luft bewegte Nicht ein Blatt, das Kühlung gab, Und mir war es so, als legte Mich der Tod ins stille Grab.
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Interpretation
Das Gedicht "Stilles Grab" von Hermann Rollett beschreibt eine Szene tief im Wald, wo der Sprecher inmitten kühler Bäume ruht. Die Atmosphäre ist ruhig und traumhaft, mit leuchtenden Blüten im Abendlicht. Die Zweige der Bäume neigen sich herab und umgeben den Sprecher mit ihrem grünen Laub, als würden sie ihn liebevoll umarmen. Die Stille ist allgegenwärtig, und selbst die Luft bewegt kein Blatt, das kühlende Erfrischung spenden könnte. Die Umgebung wird als friedlich und still beschrieben, wobei der Sprecher eine tiefe Verbindung zur Natur empfindet. Die Bäume und das Grün scheinen den Sprecher zu umhüllen und bis ins Herz hinein zu umschließen. Die Stille und die fehlende Bewegung der Blätter verstärken das Gefühl der Ruhe und des Friedens. Der Sprecher fühlt sich von der Natur umarmt und geschützt. Am Ende des Gedichts vergleicht der Sprecher das Gefühl der Stille und der Umarmung durch die Natur mit dem Gefühl, vom Tod in ein stilles Grab gelegt zu werden. Dieser Vergleich verleiht dem Gedicht eine düstere und nachdenkliche Note. Es deutet darauf hin, dass der Sprecher die Stille und die Ruhe als eine Art Vorbereitung auf den Tod empfindet. Das Gedicht vermittelt eine Mischung aus Frieden und Melancholie, wobei die Natur als Ort der Zuflucht und des Trostes dient.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Und das Grün hielt mir die Glieder / Bis ins Herz hinein umlaubt.
- Personifikation
- Und die Zweige hingen nieder, / Liebeathmend, auf mein Haupt
- Symbolik
- Mich der Tod ins stille Grab
- Vergleich
- Uns den Blättern sahn, wie Träume