Stille Freude

Hermann Rollett

1819

Was weinst Du, Blümlein, Im Morgenschein? Das Blümlein lachte: Was fällt dir ein!

Ich bin ja fröhlich, Ich weine nicht - Die Freudenthräne Durchs Aug mir bricht!

Ich frug das Bächlein: Was rinnst du dahin Wie ein Thränenstrom Durchs Wiesengrün?

Da klang es heraus Aus der Wellenbrust: Mein Strömen ist Freude, Ist Brausen der Lust!

Du Morgenhimme Bist blutig rot, Als läg deine Sonne Im Meere tot?

Da lacht der Himmel Und ruft mich an: Ich streue ja Rosen Auf ihre Bahn!

Und flammend zog Die Sonne hervor, Die Blumen blühten Jubelnd empor,

Des Baches Wellen Jauchzten auf Und die Sonne lachte Freudig darauf.

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Illustration zu Stille Freude

Interpretation

Das Gedicht "Stille Freude" von Hermann Rollett handelt von der Freude, die in der Natur zu finden ist, und wie sie sich in verschiedenen Formen ausdrückt. Das Gedicht beginnt mit einer Frage an eine Blume, die scheinbar weint, aber tatsächlich vor Freude weint. Die Blume antwortet, dass sie nicht weint, sondern dass ihre Träne der Freude durch ihr Auge bricht. Dies symbolisiert die stille Freude, die in der Natur zu finden ist und die sich in Tränen der Freude ausdrückt. Das Gedicht geht weiter und fragt ein Bächlein, warum es wie ein Tränenstrom durch das Wiesengrün fließt. Das Bächlein antwortet, dass sein Fließen Freude ist und das Brausen der Lust. Auch hier wird die stille Freude in der Natur dargestellt, die sich in Form von fließendem Wasser ausdrückt. Zum Schluss fragt das Gedicht den Morgenhimmel, warum er blutig rot ist, als ob die Sonne im Meer tot läge. Der Himmel antwortet, dass er Rosen auf den Weg der Sonne streut. Dies symbolisiert die Freude, die in der Natur zu finden ist und die sich in Form von Farben und Schönheit ausdrückt. Das Gedicht endet mit der Beschreibung, wie die Sonne hervorzieht, die Blumen jubelnd emporblühen, die Wellen des Baches jauchzen und die Sonne fröhlich darauf lacht. Dies zeigt die allgemeine Freude und Lebendigkeit in der Natur.

Schlüsselwörter

sonne blümlein lachte durchs weinst morgenschein fällt fröhlich

Wortwolke

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Stilmittel

Bildsprache
Die Beschreibung des Himmels als blutig rot und die Sonne als im Meer tot.
Frage-Antwort-Struktur
Das Gedicht beginnt mit einer Frage an das Blümlein, die von einer Antwort gefolgt wird.
Kontrast
Die Frage nach dem Weinen des Blümleins wird durch die Antwort, dass es fröhlich ist, kontrastiert.
Metapher
Die Freudenthräne, die durch das Auge bricht.
Personifikation
Das Blümlein lacht und spricht, das Bächlein klingt und spricht, der Himmel lacht und ruft.
Reimschema
Das Gedicht folgt einem einfachen Reimschema, bei dem die Zeilen paarweise reimen.
Symbolik
Die Rosen, die der Himmel auf die Bahn der Sonne streut, symbolisieren Schönheit und Freude.
Vergleich
Das Bächlein fließt wie ein Tränenstrom.