Stille Fahrt
unknownWiege uns in süße Träume, Tiefbewegter, dunkler See, Nimm es auf in deine Räume Unsrer Herzen stilles Weh.
Alles ruht — nur Sterne wachen Badend sich in dunkler Flut, Und wir schiffen still im Nachen Durch der Wogen feuchte Glut.
Kaum noch finstern leise Lüfte Kosend uns ein Märchen zu Von dem Hauch der Blumendüfte, Von der Wälder Abendruh.
Und es schwinden rings die Ufer Und mit unsrem Liebesweh Sind wir nun, o Heißgeliebte, Auf der weiten, stillen See!
Ueber uns der Himmelsbogen, Ringsherum der Wellen Flut, - O, wie es sich auf den Wogen Weich an deinem Herzen ruht!
O Geliebte — laß uns trinken Noch das Feuer aller Lust, Und dann glühend uns versinken In der Wogen kühle Brust!
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Interpretation
Das Gedicht "Stille Fahrt" von Hermann Rollett beschreibt eine romantische und traumhafte Bootsfahrt auf einem See bei Nacht. Die Stimmung ist von tiefer Ruhe und Intimität geprägt, wobei das Paar von der umgebenden Natur umfangen wird. Im ersten Teil des Gedichts bittet der Sprecher den See, sie in süße Träume zu wiegen und ihr stilles Weh aufzunehmen. Die Nacht ist still, nur die Sterne wachen über ihnen, während sie sanft im Boot durch das Wasser gleiten. Die Atmosphäre ist erfüllt von den Düften der Blumen und der Ruhe der Wälder. Im weiteren Verlauf verlieren sich die Ufer im Dunkel, und das Paar fühlt sich eins mit seiner Liebe und der weiten, stillen See. Der Himmel spannt sich über ihnen, und die Wellen umgeben sie. Der Sprecher sehnt sich danach, mit seiner Geliebten noch einmal die volle Leidenschaft zu erleben, bevor sie sich in die kühle Brust der Wellen sinken lassen. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung von tiefer Verbundenheit, Sehnsucht und dem Wunsch nach vollkommener Verschmelzung mit der Natur und der Geliebten. Die Sprache ist poetisch und bildhaft, und die Wiederholung von "stille" und "still" unterstreicht die ruhige Atmosphäre der Nacht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- kühle Brust
- Anapher
- Und wir schiffen still im Nachen / Und es schwinden rings die Ufer
- Hyperbel
- das Feuer aller Lust
- Metapher
- Wogen kühle Brust
- Personifikation
- Sterne wachen