Still!
1864Tiefstiller dunkler Schlaf sinkt über meinen Tag, daß ich nichts hoffen mehr, nichts fürchten mag!
Das ganze Leben … ich entsinne mich kaum, war es froh, war es traurig?! Alles wird Traum …
Es ist eine Wiege, von heimlicher Hand leise geschaukelt an Grabesrand! Still! … Still!
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Interpretation
Das Gedicht "Still!" von Cäsar Flaischlen beschreibt einen tiefen, dunklen Schlaf, der über den Tag des lyrischen Ichs sinkt. Dieser Schlaf lässt das Ich nichts mehr hoffen und nichts mehr fürchten. Das Leben selbst wird als vage Erinnerung wahrgenommen, und es ist unklar, ob es froh oder traurig war. Alles scheint zu einem Traum zu werden, der langsam verblasst. Die dritte Strophe führt eine neue Dimension ein: Das Leben wird als eine Wiege dargestellt, die von einer geheimnisvollen Hand sanft an den Rand eines Grabes geschaukelt wird. Dieses Bild vermittelt eine beruhigende, aber auch bedrohliche Atmosphäre. Die Wiege symbolisiert die Geborgenheit und den Schutz des Lebens, während der Grabesrand die Endlichkeit und den Tod repräsentiert. Die heimliche Hand, die die Wiege schaukelt, könnte als eine höhere Macht oder das Schicksal interpretiert werden, das das Leben lenkt. Das Gedicht endet mit der Wiederholung des Wortes "Still!", was die Ruhe und Stille unterstreicht, die der Schlaf und die Annahme des Lebensendes mit sich bringen. Es ist ein Aufruf zur Besinnung und zur Akzeptanz des unausweichlichen Endes. Die Stille am Ende des Gedichts symbolisiert sowohl den Frieden als auch die Endgültigkeit des Todes.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Tiefstiller dunkler Schlaf
- Anapher
- Still! ... Still!
- Bildsprache
- von heimlicher Hand leise geschaukelt an Grabesrand
- Metapher
- Es ist eine Wiege
- Personifikation
- sinkt über meinen Tag
- Rhetorische Frage
- war es froh, war es traurig?!