Steig auf, geliebter Schatten...
1806Steig auf, geliebter Schatten, Vor mir in toter Nacht, Und lab mich Todesmatten Mit deiner Nähe Macht!
Du hast´s gekonnt im Leben, Du kannst es auch im Tod. Sich nicht dem Schmerz ergeben War immer dein Gebot.
So komm, still meine Tränen, Gib meiner Seele Schwung, Und Kraft den welken Sehnen, Und mach mich wieder jung.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Steig auf, geliebter Schatten..." von Friedrich Halm handelt von der Sehnsucht des lyrischen Ichs nach einem verstorbenen geliebten Menschen. Der Sprecher wendet sich direkt an den Schatten des Verstorbenen und bittet ihn, in der toten Nacht vor ihm aufzusteigen. Er sehnt sich danach, durch die Nähe des Schattens getröstet und gestärkt zu werden. Das lyrische Ich erinnert sich an die Stärke und den Mut des Verstorbenen, der es auch im Leben verstanden hat, sich nicht dem Schmerz zu ergeben. Es ist überzeugt davon, dass der geliebte Mensch auch im Tod diese Kraft besitzt. Daher appelliert der Sprecher an den Schatten, seine Tränen zu stillen, seiner Seele neuen Schwung zu geben und seine welken Sehnen zu kräftigen. Durch die Anwesenheit des Schattens erhofft sich das lyrische Ich eine Art Verjüngung und Wiederherstellung seiner selbst. Das Gedicht thematisiert die tiefe Trauer und Sehnsucht nach einem verstorbenen geliebten Menschen. Das lyrische Ich sehnt sich danach, durch die geistige Präsenz des Schattens Trost und Kraft zu erfahren. Es erinnert sich an die Stärke des Verstorbenen und hofft, durch dessen Nähe im Jenseits neue Lebensenergie zu schöpfen und die eigene Trauer zu überwinden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Und lab mich Todesmatten Mit deiner Nähe Macht!
- Hyperbel
- Und mach mich wieder jung
- Kontrast
- Du hast´s gekonnt im Leben, Du kannst es auch im Tod
- Metapher
- lab mich Todesmatten
- Personifikation
- Steig auf, geliebter Schatten