Ständchen
1808Dir, Holde, tief im Schlummer, Dir sei mein Sang geweiht! Doch nicht soll er dich wecken Aus Traumes Seligkeit. Die Töne, leise schwebend Ums Atmen deiner Brust, Sie sollen nur geleiten Des Schlummers süße Lust! Stille - Stille -
Sanft träume - sanft erwache, Und wenn dein Aug erhellt, So finde sonnig strahlend Noch schöner dieseWelt. Stille - Stille -
Und ist der Sang verklungen, Verhallet Ton und Wort,
Dann zieht in aller Stille Der Sänger wieder fort. Er küßt nur noch die Blumen, Die an den Fenstern blühn, Und nimmt mit heim im Busen Noch heißres Liebesglühn! Stille - Stille -
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Interpretation
Das Gedicht "Ständchen" von Franz Carl Spitzweg ist ein Liebeslied, das die tiefe Zuneigung des Sängers zu seiner Angebeteten ausdrückt. Der Sänger möchte seiner Geliebten ein Ständchen bringen, um ihr seine Liebe zu gestehen. Er singt ihr ein Lied, das sie sanft in den Schlaf wiegen soll, ohne sie zu wecken. Die Töne sollen nur ihre Träume begleiten und ihre süße Lust am Schlafen verstärken. Der Sänger wünscht sich, dass seine Angebetete sanft träumt und sanft erwacht. Wenn sie dann ihre Augen öffnet, soll sie eine noch schönere Welt vorfinden. Der Sänger hofft, dass seine Liebe und seine Musik ihre Welt bereichern und verschönern. Nachdem der Sänger sein Lied beendet hat, zieht er sich wieder zurück. Er küsst noch die Blumen, die am Fenster blühen, und nimmt seine noch heißere Liebe mit ins Herz. Das Gedicht endet mit der Aufforderung zur Stille, was die Intimität und die zarte Atmosphäre des Ständchens unterstreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Stille - Stille -
- Apostroph
- Dir, Holde, tief im Schlummer
- Beschwörung
- Doch nicht soll er dich wecken
- Hyperbel
- Noch heißres Liebesglühn
- Personifikation
- Die Töne, leise schwebend
- Symbol
- Die Blumen, Die an den Fenstern blühn