Ständchen
1788Lieb um Liebe tauscht ich gern, Wäre Lieb entglommen; Aber Liebe steht so fern, Liebe will nicht kommen. Liebe, Liebe nur von dir, Liebste, wäre Liebe mir!
Kannst du so zufrieden sein, Immer ohne Sorgen, Wie der Himmel, still und rein, Früh am Frühlingsmorgen, Kennst du nicht des Mittags Mühn, Nicht das süße Abendglühn?
Lerne Liebe, Lust und Leid Heißer Liebe lerne! Endlich auch im Feierkleid Zeige dich der Sterne! Träume selig, schmücke dich, Aber liebst du, liebe mich!
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Interpretation
Das Gedicht "Ständchen" von Ludwig Eichrodt thematisiert die unerfüllte Liebe des lyrischen Ichs zu seiner Angebeteten. Der Sprecher bietet an, seine Liebe gegen die Liebe der Geliebten einzutauschen, doch diese bleibt unerreichbar und abweisend. Die Liebe wird als etwas Fernes und Unerreichbares dargestellt, das nicht kommen will. In den folgenden Strophen wird die Geliebte mit dem Himmel verglichen, der stets ruhig und rein ist. Der Sprecher fragt sich, ob sie die Mühen und die Schönheit des Tages nicht kennt, da sie stets zufrieden und sorglos zu sein scheint. Er fordert sie auf, die Leidenschaft und das Leid der Liebe zu erlernen und sich schließlich im Festgewand den Sternen zu zeigen. Im letzten Vers appelliert das lyrische Ich direkt an die Geliebte, sich zu schmücken und zu träumen, aber vor allem: ihn zu lieben, wenn sie es denn kann. Die Schlusszeile "Aber liebst du, liebe mich!" fasst die verzweifelte Bitte des Sprechers zusammen, von seiner Angebeteten erhört zu werden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Liebe, Liebe nur von dir
- Kontrast
- Kannst du so zufrieden sein, Immer ohne Sorgen
- Metapher
- Liebe steht so fern
- Personifikation
- Liebe will nicht kommen
- Rhythmus
- Lieb um Liebe tauscht ich gern