Staatsereignis
1920Hurrra, zum ersten Mal: Mutter, der Peter, hurra, jetzt geht er! Kuck, ganz alleinechen setzt er die Beinechen, ganz wie zur Reichstagswahl, wie Onkel Wackelpfahl! Aua, Geschrei: bautz, vorbei!
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Interpretation
Das Gedicht "Staatsereignis" von Richard Dehmel beschreibt die ersten Schritte eines Kindes als ein bedeutendes Ereignis. Der Titel spielt auf den politischen Kontext der Zeit an, in der die Reichstagswahlen ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis waren. Die Eltern feiern den Moment, als das Kind, Peter genannt, zum ersten Mal selbstständig geht, ähnlich wie ein Wahlsieg gefeiert wird. Die Sprache des Gedichts ist spielerisch und voller kindlicher Begeisterung. Die Wiederholung von "hurra" und die Verwendung von Verkleinerungsformen wie "Beinechen" und "alleinechen" unterstreichen die Freude und das Staunen der Eltern. Der Vergleich mit "Onkel Wackelpfahl" fügt eine humorvolle Note hinzu, die die Unsicherheit und das Wackeln des Kindes beim Laufenlernen betont. Der Schluss des Gedichts mit "Aua, Geschrei: bautz, vorbei!" bringt die Realität des Lernprozesses zum Ausdruck. Trotz der anfänglichen Begeisterung endet das Ereignis abrupt mit einem Sturz, was die Herausforderungen und Rückschläge beim Erlernen neuer Fähigkeiten symbolisiert. Das Gedicht fängt somit die emotionale Achterbahnfahrt der Eltern und die Unschuld des Kindes in einem einzigen Moment ein.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- hurra, jetzt geht er
- Metapher
- Mutter, der Peter
- Onomatopoesie
- Hurra
- Personifikation
- Onkel Wackelpfahl
- Sprachspiel
- ganz alleinechen
- Vergleich
- ganz wie zur Reichstagswahl