Sprüchlein der Regentrude
1863Dunst ist die Welle, Staub ist die Quelle! Stumm sind die Wälder, Feuermann tanzet über die Felder!
Nimm dich in acht! Eh du erwacht, Holt dich die Mutter Heim in die Nacht!
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Interpretation
Das Gedicht "Sprüchlein der Regentrude" von Theodor Storm thematisiert die zerstörerische Kraft des Feuers und die Vergänglichkeit des Lebens. Die ersten beiden Zeilen "Dunst ist die Welle, Staub ist die Quelle!" deuten auf eine ausgetrocknete, verbrannte Landschaft hin, in der alles Leben erloschen ist. Die Stille der Wälder und das Tanzen des Feuermanns über den Feldern verstärken diesen Eindruck. Die zweite Strophe warnt vor den Gefahren des Feuers und der Dunkelheit. Die Mutter, die den Schlafenden in die Nacht holt, symbolisiert den Tod, der unaufhaltsam kommt. Die kurze Zeitspanne zwischen dem Erwachen und dem Ergreifen durch die Mutter verdeutlicht die Endlichkeit des Lebens und die Unausweichlichkeit des Todes. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine düstere und bedrohliche Stimmung. Die Natur ist aus dem Gleichgewicht geraten, und das Feuer vernichtet alles, was sich ihm in den Weg stellt. Die Warnung vor dem Erwachen und der Hinweis auf die Mutter in der Nacht erinnern den Leser an die Vergänglichkeit des Lebens und die ständige Präsenz des Todes.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- [Dunst ist die Welle Stumm sind die Wälder]
- Anapher
- [Nimm dich in acht! Eh du erwacht,]
- Bildsprache
- [Feuermann tanzet über die Felder Heim in die Nacht]
- Metapher
- [Dunst ist die Welle Staub ist die Quelle]
- Personifikation
- [Feuermann tanzet über die Felder]