Sprüche

Theodor Storm

1888

1 Der eine fragt: Was kommt danach? Der andre fragt nur: Ist es recht? Und also unterscheidet sich Der Freie von dem Knecht.

2 Vom Unglück erst Zieh ab die Schuld; Was übrig ist, Trag in Geduld!

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Interpretation

Das Gedicht "Sprüche" von Theodor Storm behandelt in seinen beiden Strophen grundlegende menschliche Fragen und Einstellungen zum Leben. Die erste Strophe kontrastiert zwei unterschiedliche Herangehensweisen an die Welt: die des Freien, der nach der moralischen Richtigkeit fragt, und die des Knechts, der sich nur um die Konsequenzen seiner Handlungen sorgt. Diese Unterscheidung verdeutlicht die verschiedenen Perspektiven, aus denen Menschen ihr Leben betrachten und gestalten können. Die zweite Strophe gibt eine Art moralische Anleitung für den Umgang mit Unglück. Sie rät dazu, zunächst die Schuld am Unglück zu ermitteln und zu beseitigen. Was davon übrig bleibt, soll man mit Geduld ertragen. Diese Botschaft impliziert, dass man aktiv werden sollte, um Probleme zu lösen, aber auch lernen muss, mit unvermeidlichen Schwierigkeiten umzugehen. Insgesamt vermitteln Storms "Sprüche" eine Philosophie des Lebens, die sowohl Handlungsfähigkeit als auch Akzeptanz betont. Sie regen zum Nachdenken über die eigene Haltung gegenüber Verantwortung und Schicksal an und ermutigen zu einem ausgewogenen Umgang mit den Herausforderungen des Lebens.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Gegensatz
Der eine fragt: Was kommt danach? Der andre fragt nur: Ist es recht?
Imperativ
Zieh ab die Schuld; Trag in Geduld!
Kontrast
Der Freie von dem Knecht
Parallelismus
Was übrig ist, Trag in Geduld!
Rhetorische Frage
Was kommt danach?