Spruchverse
1830Verständnis für jedwedes Leid, Erbarmen mild mit jedem Fehle; Daran in dieser Zeitlichkeit Erkennst du die erwählte Seele.
Nur der das Leiden kennt, Kennt auch ein heiß Erbarmen; Der selber darbt, der giebt; Großmütig sind die Armen.
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Interpretation
Das Gedicht "Spruchverse" von Marie von Ebner-Eschenbach behandelt die Themen Empathie, Mitgefühl und die Erkenntnis der wahren Seele durch das Erleben von Leid. Die Autorin betont, dass das Verständnis für jegliches Leid und das Erbarmen mit Fehlern in dieser zeitlichen Existenz ein Zeichen für eine erleuchtete Seele sind. Die Fähigkeit, Mitgefühl zu empfinden und Verständnis aufzubringen, wird als eine höhere spirituelle Qualität dargestellt. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Verbindung zwischen dem Erleben von Leid und der Fähigkeit zu tiefem Mitgefühl hervorgehoben. Nur wer selbst gelitten hat, kann die Tiefe des Erbarmens wirklich verstehen. Diejenigen, die selbst in Not sind, neigen dazu, großzügiger zu sein und anderen zu helfen. Diese Idee unterstreicht die Vorstellung, dass persönliche Erfahrungen von Not und Mangel die Empathie und Großzügigkeit fördern können. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft über die transformative Kraft des Leidens und die Bedeutung von Mitgefühl und Großzügigkeit. Es legt nahe, dass wahre Erleuchtung und spirituelle Reife durch das Erleben und Verstehen von Leid erlangt werden können, und dass diejenigen, die selbst in Not sind, oft die größte Fähigkeit zur Empathie und Großzügigkeit besitzen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Antithese
- Verständnis für jedwedes Leid, Erbarmen mild mit jedem Fehle
- Kontrast
- Großmütig sind die Armen
- Metapher
- die erwählte Seele
- Parallelismus
- Kennt auch ein heiß Erbarmen; Der selber darbt, der giebt