Spielmann

Elisabeth Fuhrmann-Paulsen

1865

Unterm Kinn die Violine, die Augen aus fernem Land, seine weiße Hand reißt die Saiten wilder und wilder.

Alle Seelen werden wach, Auferstehungstag. Einen Engel sieht man flüchten, wie vor wirren Balsamdüften.

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Illustration zu Spielmann

Interpretation

Das Gedicht "Spielmann" von Elisabeth Fuhrmann-Paulsen beschreibt einen Musiker, der mit seiner Violine eine magische Wirkung auf seine Umgebung hat. Die Violine wird unter dem Kinn des Musikers gehalten, was auf seine tiefe Verbundenheit mit seinem Instrument hindeutet. Seine Augen sind aus "fernem Land", was darauf schließen lässt, dass er eine geheimnisvolle und exotische Aura umgibt. Mit seiner "weißen Hand" reißt er die Saiten immer wilder, was auf eine steigende Intensität und Leidenschaft in seinem Spiel hindeutet. Die zweite Strophe verdeutlicht die transformative Kraft der Musik. "Alle Seelen werden wach" deutet darauf hin, dass der Spielmann mit seinem Spiel eine Art spirituelle Erweckung auslöst. Der Vergleich mit einem "Auferstehungstag" unterstreicht die tiefgreifende Wirkung seiner Musik, die die Menschen aus ihrem Alltagstrott reißt und ihnen eine Art Wiedergeburt ermöglicht. Die Erwähnung eines "Engels, der flüchtet" könnte darauf hindeuten, dass die Musik so intensiv ist, dass selbst überirdische Wesen davon berührt werden und fliehen müssen. Die letzte Zeile mit den "wirren Balsamdüften" verleiht dem Gedicht eine sinnliche und mystische Note. Balsam steht für Heilung und Wohlgeruch, was die heilende und erhebende Wirkung der Musik unterstreicht. Die "Wirrnis" könnte die chaotische, aber auch faszinierende Natur der musikalischen Erfahrung symbolisieren, die die Sinne verwirrt und zugleich belebt. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Idee, dass Musik eine universelle Sprache ist, die tief in die Seele eindringt und transformative Kräfte entfalten kann.

Schlüsselwörter

wilder unterm kinn violine augen fernem land weiße

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Stilmittel

Bildsprache
wie vor wirren Balsamdüften
Hyperbel
reißt die Saiten wilder und wilder
Metapher
die Augen aus fernem Land
Personifikation
Alle Seelen werden wach
Symbolik
Auferstehungstag