Spätes Erkennen
1796Ach, wär’ ich fern geblieben! Vom Sehen kommt das Lieben, Vom Lieben kommt der Schmerz: Mit ihm rastloses Sehnen, Mit ihm unzähl’ge Thränen, In Thränen bricht das Herz! Das Herz, gebrochen eben, Kann fürder nicht mehr leben, Muß sterbend bald vergehen. Bringt Liebe solche Noth, Und kommt die Lieb’ vom , So bringt das Sehen Tod! Ach wär’ ich fern geblieben Vom Sehen und vom Lieben! –
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Interpretation
Das Gedicht "Spätes Erkennen" von Joseph Christian von Zedlitz beschreibt die schmerzhafte Erkenntnis der Folgen der Liebe. Der Sprecher wünscht sich, ferngeblieben zu sein, da das Sehen zur Liebe führt, die Liebe zum Schmerz. Dieser Schmerz bringt unstillbares Sehnen und unzählige Tränen mit sich, die das Herz brechen. Das gebrochene Herz kann nicht mehr weiterleben und muss sterben. Die Liebe bringt solche Not mit sich, und da die Liebe aus dem Sehen entsteht, führt das Sehen letztendlich zum Tod. Der Sprecher bereut, nicht ferngeblieben zu sein von dem Sehen und der Liebe, die ihm so viel Leid gebracht haben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Vom Sehen kommt das Lieben
- Anapher
- Ach, wär' ich fern geblieben!
- Chiasmus
- Vom Sehen kommt das Lieben, Vom Lieben kommt der Schmerz
- Metapher
- In Thränen bricht das Herz
- Parallelismus
- Mit ihm rastloses Sehnen, Mit ihm unzähl'ge Thränen
- Personifikation
- Das Herz, gebrochen eben, Kann fürder nicht mehr leben
- Reimschema
- AABBAABB