Sonnbrand auf Sand

Hans Schiebelhuth

1916

Sonnbrand auf Sand o matt Streiterin Hitzt deines Goldhaars schmachtend Bad und mischt Mit Tränen schlimmen Liebestrank darin Er hat den Duft von deiner Wang gewischt.

Des grellen stetes Gleichsein schmerzt Wie küsse ich dich scheu. Du sprachst: “Welch Pein Wir werden nie ganz ein selbst Todumherzt Wie Mumien in Oasen glücklich sein.”

Aber in deines Haars geläuten Flüssen Ertrinkt der Geist gern dem wir dienen müssen Dies Nirgendfinden danach nie du frugst.

Dann lieb ichs durch der Wimpern Tränenpracht Zu forschen ob mein Herz dies das du schlugst Fühllos wie Himmelsblau im Steine macht.

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Illustration zu Sonnbrand auf Sand

Interpretation

Das Gedicht "Sonnbrand auf Sand" von Hans Schiebelhuth handelt von der unerfüllten Liebe zwischen dem lyrischen Ich und einer Frau, deren goldene Haare und Wangen eine betörende Wirkung auf den Sprecher haben. Die Sonne und die Hitze symbolisieren die Leidenschaft und die Sehnsucht, die den Sprecher quälen. Die Frau scheint die Gefühle des Sprechers zu erwidern, aber sie warnt ihn auch vor der Unmöglichkeit einer vollkommenen Vereinigung, selbst im Tod. Sie vergleicht ihre Liebe mit Mumien in Oasen, die zwar zusammen sind, aber leblos und glücklich. Das Gedicht zeichnet sich durch eine reiche und sinnliche Bildersprache aus, die die Atmosphäre von Hitze, Licht und Duft evoziert. Die Metaphern und Vergleiche sind oft überraschend und originell, wie zum Beispiel die "Flüssen" in den Haaren der Frau, die wie eine Glocke läuten, oder der Himmel, der im Stein gefühllos wird. Das Gedicht hat einen melancholischen und resignativen Ton, der die Hoffnungslosigkeit der Liebe zum Ausdruck bringt. Das Gedicht folgt keinem regelmäßigen Reimschema oder Metrum, sondern verwendet freie Rhythmen und Assonanzen, die den Ausdruck des Gefühls unterstreichen. Das Gedicht ist in vier Strophen gegliedert, die jeweils aus vier Versen bestehen. Die erste Strophe stellt die Situation und die Protagonisten vor, die zweite Strophe zeigt das Gespräch zwischen dem lyrischen Ich und der Frau, die dritte Strophe beschreibt die Anziehungskraft des Nichts, in das sich der Geist verlieren will, und die vierte Strophe endet mit einer Frage, die die Unsicherheit und die Verzweiflung des lyrischen Ichs offenbart. Das Gedicht verwendet eine persönliche und intime Sprache, die den Leser in die Gefühlswelt des Sprechers eintauchen lässt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Fühllos wie Himmelsblau im Steine macht
Personifikation
Hitzt deines Goldhaars schmachtend Bad