Sonett (Wie schien die alte Feindschaft...)
unknownWie schien die alte Feindschaft nun besiegelt In gültigem Vertrag: ein Lächeln hing Geheimnislos von einem Lächelnden; verriegelt Schloß sich der Mund dem Schweigenden, es fing
Die Rede sich in anmutvollem Spiel Verschlungen wandelnd, schwesterlich vertraut: Wie war den Wandernden verwandte Ziel Wie sicher schien das (alte) Haus gebaut:
Da traf ein Blick aus alten Feindschaftstagen: Nachtdunkler Weg erstand ins Unbekannte Aus sanften Worten strömten wilde Klagen.
Gesprochenes erlosch ins Nie-Genannte…
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Interpretation
Das Gedicht "Sonett (Wie schien die alte Feindschaft...)" von Maria Luise Weissmann beschreibt den Prozess der Versöhnung zwischen ehemaligen Feinden. Es beginnt mit einem Moment des Friedens und der Annäherung, symbolisiert durch ein Lächeln und ein Gespräch, das wie ein freundliches Spiel wirkt. Die Sprache ist von Harmonie und Vertrautheit geprägt, als ob die Wanderer ein gemeinsames Ziel gefunden hätten und das alte Haus der Feindschaft sicher gebaut wäre. Jedoch wird diese scheinbare Harmonie durch einen Blick aus vergangenen Tagen durchbrochen. Die friedliche Atmosphäre zerbricht, und der Weg in die Nacht des Unbekannten öffnet sich. Die sanften Worte verwandeln sich in wilde Klagen, und das Gesprochene erlischt in einem Zustand des "Nie-Genannten". Dies deutet auf eine Rückkehr zur alten Feindschaft und auf unausgesprochene Konflikte hin, die nicht gelöst werden konnten. Das Gedicht endet mit einer Ellipse, die die Unvollständigkeit und die ungelöste Natur der Beziehung zwischen den ehemaligen Feinden unterstreicht. Es lässt den Leser mit dem Gefühl zurück, dass die Versöhnung nur eine Illusion war und die alte Feindschaft weiterhin besteht, verborgen und unausgesprochen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Gesprochenes erlosch ins Nie-Genannte
- Personifikation
- ein Lächeln hing Geheimnislos von einem Lächelnden