Sonett
1903In Waffen steht die Welt Um Länder und um Geld, Aus Friedensliebe zwar, So heißt es immerdar.
Nur eines ruhig bleibt Und ew′ge Blüten treibt, Im Reich der Poesie, Da streitet man sich nie. -
In reinem Element Man keine Feindschaft kennt, Die Mensch vom Menschen trennt.
Ob nahe oder weit Man leidet mit, mit Leid - Für jetzt und alle Zeit.
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Interpretation
Das Gedicht "Sonett" von Friederike Kempner thematisiert den Kontrast zwischen der kriegerischen Welt und der friedlichen Sphäre der Poesie. Die Welt wird als in Waffen stehend dargestellt, um Länder und Geld zu kämpfen, angeblich aus Friedensliebe, wie es immer wieder behauptet wird. Doch inmitten dieses Konflikts gibt es einen Ort, der von ewiger Blüte und Harmonie geprägt ist: das Reich der Poesie. Hier streitet man sich nicht, sondern findet einen reinen Raum, in dem keine Feindschaft existiert, die Menschen voneinander trennt. In der zweiten Strophe betont Kempner die Einheit und das Mitgefühl, das in der Welt der Poesie herrscht. Ob nah oder fern, man leidet mit, teilt das Leid anderer und verbindet sich über die Zeit hinweg. Die Poesie wird als ein Ort der Empathie und des gemeinsamen Erlebens beschrieben, der über die Grenzen der physischen Welt hinausgeht. Sie schafft eine Verbindung zwischen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Schicksal. Das Gedicht schließt mit der Aussage, dass die Poesie ein zeitloser Raum ist, der für die Gegenwart und für alle Zeit Bestand hat. Sie bietet einen Zufluchtsort vor den Konflikten und Spaltungen der Welt und ermöglicht es den Menschen, sich in einem reinen Element zu begegnen, das frei von Feindschaft und Trennung ist. Kempner feiert die Poesie als eine Kraft, die die Menschheit verbindet und in der ewige Blüte und Harmonie herrschen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- ew'ge Blüten treibt
- Kontrast
- In reinem Element Man keine Feindschaft kennt
- Metapher
- In Waffen steht die Welt
- Personifikation
- Um Länder und um Geld
- Symbolik
- Im Reich der Poesie