Sommertag

Friedrich Wilhelm Wagner

1911

Die Sommersonne foltert fürchterlich Den lahmen Leib. Kein Wind bewegt die Schwüle. Der Asphalt stinkt. Es faulen die Gefühle. Ein Droschkengaul verreckt am Sonnenstich.

Lustmörder lauern. Haftend hart und heiß Ist eine Mädchenhand und macht ermatten. Die kleinen Huren blühen blass. Im Schatten Steht statuenstarr ein blinder Bettelgreis.

Und von des Lebens fadem Einerlei Gelangweilt döst auf schattigem Balkone Und lauscht dem Lärm entfernter Grammophone Ein fetter, fauler Papagei.

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Illustration zu Sommertag

Interpretation

Das Gedicht "Sommertag" von Friedrich Wilhelm Wagner schildert einen schwülen Sommertag, der von drückender Hitze und unangenehmen Gerüchen geprägt ist. Die Sonne quält den Körper, die Luft ist stickig und der Asphalt stinkt. Die Stimmung ist düster und bedrückend, wie die faulenden Gefühle und das verendende Droschkengaul am Sonnenstich zeigen. Die zweite Strophe thematisiert die sexuellen Begierden und die Prostitution, die an diesem heißen Tag besonders präsent zu sein scheinen. Die "Lustmörder" lauern auf Beute, eine Mädchenhand klebt "haftend hart und heiß" an einem Mann. Die kleinen Huren blühen blass, während ein blinder Bettelgreis reglos im Schatten steht. Die letzte Strophe beschreibt einen fettigen, faulen Papagei, der sich auf einem schattigen Balkon langweilt und dem Lärm entfernter Grammophone lauscht. Auch er scheint von dem faden Einerlei des Lebens gelangweilt. Das Gedicht endet mit einem ironischen Bild, das die Tristesse und Langeweile des Lebens an einem heißen Sommertag verdeutlicht.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Haftend hart und heiß
Bildsprache
Im Schatten Steht statuenstarr ein blinder Bettelgreis
Hyperbel
Ein Droschkengaul verreckt am Sonnenstich
Kontrast
Die kleinen Huren blühen blass
Metapher
Der Asphalt stinkt
Personifikation
Ein fetter, fauler Papagei
Symbolik
Des Lebens fadem Einerlei