Sommerabend
1854Geh′ schlafen, Tochter, schlafen! Schon fällt der Tau aufs Gras, Und wen die Tropfen trafen, Weint bald die Augen naß!
Laß weinen, Mutter, weinen! Das Mondlicht leuchtet hell, Und wem die Strahlen scheinen, Dem trocknen Tränen schnell!
Geh schlafen, Tochter, schlafen! Schon ruft der Kauz im Wald, Und wen die Töne trafen, Muß mit ihm klagen bald!
Laß klagen, Mutter, klagen! Die Nachtigall singt hell, Und wem die Lieder schlagen, Dem schwindet Trauer schnell!
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Sommerabend" von Hans Schmidt ist ein Dialog zwischen einer Mutter und ihrer Tochter. Die Tochter möchte schlafen gehen, während die Mutter sie zum Bleiben ermutigt, um die Schönheit des Sommerabends zu genießen. Die Tochter beschreibt die Natur, die sich auf den Abend vorbereitet. Der Tau fällt auf das Gras, und wer von den Tropfen getroffen wird, wird bald weinen müssen. Die Mutter ermutigt die Tochter, zu weinen und ihre Trauer auszudrücken, denn das Mondlicht wird die Tränen schnell trocknen. Die Tochter erwähnt den Ruf des Kauzes im Wald. Wer von diesem Ruf getroffen wird, wird bald klagen müssen. Die Mutter ermutigt die Tochter erneut, zu klagen und ihre Trauer auszudrücken, denn der Gesang der Nachtigall wird die Trauer schnell vertreiben. Das Gedicht vermittelt die Idee, dass die Natur in der Nacht Trost und Heilung bringen kann. Die Tochter möchte schlafen gehen, aber die Mutter ermutigt sie, die Schönheit der Nacht zu erleben und ihre Emotionen auszudrücken. Die Natur wird als heilend und tröstend dargestellt, da sie die Tränen trocknet und die Trauer vertreibt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Geh′ schlafen, Tochter, schlafen! und Laß weinen, Mutter, weinen! und Geh schlafen, Tochter, schlafen! und Laß klagen, Mutter, klagen!
- Kontrast
- Geh schlafen, Tochter, schlafen! / Laß klagen, Mutter, klagen!
- Metapher
- Und wen die Tropfen trafen, Weint bald die Augen naß!
- Personifikation
- Schon fällt der Tau aufs Gras
- Symbolik
- Nachtigall singt hell