Sommer
1877Nun flammt in gold′nen Fluten Der trunk′ne Sommer durch die Luft, Der Erde heisse, liebeswilde Gluten Entbrennen hell in rothem Rosenduft …
Nun weint in Nächten, lauen, fahlen, Sehnsücht′ger Mond in bangem Zittergrase, Nun ist die Zeit der tiefen, grossen Qualen, Der hohen, schmerzlich wonnigen Ekstase …
Nun ist die Zeit - wann kommst du wieder? Wo sonst ein Sang mir durch die Seele schauert, Wo man aus Blumenkelchen Lieder Und Klänge schöpft, und gerne bebt und trauert …
Ich wollt′, dass mich ein Weh durchgraute, Dass eine Thräne mir im Herzen glüht′, Und dass, wie sonst, draus eine schmerzbethaute Tiefdunkle, glutverwirrte Rose blüht …
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Interpretation
Das Gedicht "Sommer" von Lisa Baumfeld beschreibt die Intensität und Leidenschaft des Sommers, die sich in der Natur und in den Gefühlen des lyrischen Ichs widerspiegelt. Die erste Strophe vermittelt die Hitze und die sinnliche Fülle der Jahreszeit, die sich in goldenen Fluten durch die Luft ergießt und die Erde in eine Glut aus Rosen verwandelt. Die zweite Strophe kontrastiert die Hitze mit der Sehnsucht und der Melancholie der Nächte, in denen der Mond weint und das Gras zittert. Die dritte Strophe drückt die Erwartung und die Hoffnung auf die Wiederkehr der geliebten Person aus, die das lyrische Ich mit Liedern und Blumen verbindet. Die vierte Strophe wünscht sich das Leid und die Tränen, die aus der Sehnsucht entstehen, und vergleicht sie mit einer dunklen, glühenden Rose, die aus dem Herzen wächst.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Wo man aus Blumenkelchen Lieder Und Klänge schöpft
- Bildsprache
- Glutverwirrte Rose blüht
- Hyperbel
- Der Erde heisse, liebeswilde Gluten
- Metapher
- Der trunk′ne Sommer durch die Luft
- Personifikation
- Sehnsücht′ger Mond in bangem Zittergrase
- Symbolik
- Eine Thräne mir im Herzen glüht