Sommer
unbekanntIch komm im Sommerwald daher Und lausche seinem Weben – Kein menschlich Schreiten trägt mich mehr, Ein Wallen ist’s und Schweben.
Ich blicke nieder zur Blume ins Kraut, Blick auf zur Sonn in die Höhe – Wie aus dem Kleinen das Große sich baut: Geheiligt ist, was ich sehe!
Klar wird’s in mir und seherhell – Wie meine Sinne lauschen, Klingt in mich ein, was leis der Quell, Was Gräser und Bäume rauschen,
Hör ich das kreisende Blut der Natur Durch Erden und Welten wallen, Hör ich durch alle Kreatur Den e i n e n Herzschlag hallen.
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Interpretation
Das Gedicht "Sommer" von Ferdinand Avenarius beschreibt eine tiefgreifende Erfahrung der Einheit mit der Natur. Der Sprecher betritt den Sommerwald und verspürt eine tiefe Verbundenheit mit seiner Umgebung, die sich durch ein Gefühl des "Wallens" und "Schwebens" ausdrückt. Dieses Erlebnis führt zu einer erhöhten Wahrnehmung und einem Gefühl der Heiligkeit in der Beobachtung der Natur, wobei die Verbindung zwischen dem Kleinen und dem Großen hervorgehoben wird. In der zweiten Strophe wird die Klarheit und Erleuchtung des Sprechers betont, die durch die Sinne hervorgerufen wird. Die Naturgeräusche, wie das Rauschen von Quellen, Gräsern und Bäumen, dringen tief in das Bewusstsein des Sprechers ein. Dieses Hören wird zu einer spirituellen Erfahrung, bei der der Sprecher das "kreisende Blut der Natur" durch Erde und Welten fließen hört. Das Gedicht kulminiert in der Erkenntnis einer universellen Einheit, symbolisiert durch den "einen Herzschlag", der durch alle Kreatur hallt. Diese Erkenntnis vermittelt ein Gefühl der Verbundenheit mit dem gesamten Kosmos und unterstreicht die Idee, dass alle Lebensformen Teil eines größeren, harmonischen Ganzen sind. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Ehrfurcht vor der Natur und ihrer allumfassenden Schönheit und Ordnung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Hör ich das kreisende Blut der Natur Hör ich durch alle Kreatur
- Bildsprache
- Ich blicke nieder zur Blume ins Kraut, Blick auf zur Sonn in die Höhe
- Metapher
- Wie aus dem Kleinen das Große sich baut
- Symbolik
- Der e i n e n Herzschlag hallen