So oder so

Joseph von Eichendorff

1841

Die handeln und die dichten, das ist der Lebenslauf, der eine macht Geschichten, der andre schreibt sie auf, und der will beide richten; so schreibt und treibt sich’s fort, der Herr wird alles schlichten, verloren ist kein Wort.

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Interpretation

Das Gedicht "So oder so" von Joseph von Eichendorff thematisiert den ewigen Kreislauf von Handeln und Dichten, von Leben und Literatur. Es stellt die beiden Hauptakteure dieses Kreislaufs vor: die Handelnden, die Geschichten erleben und machen, und die Dichter, die diese Geschichten aufschreiben und festhalten. Beide sind notwendig und voneinander abhängig, denn ohne das eine kann das andere nicht existieren. Der zweite Teil des Gedichts beschäftigt sich mit der Frage nach der Bewertung und Interpretation dieser Geschichten und Gedichte. Es gibt immer Menschen, die versuchen, die Handelnden und die Dichter zu richten, zu beurteilen und zu kritisieren. Doch das Gedicht zeigt, dass dieser Versuch letztlich zwecklos ist, denn das Leben und die Literatur gehen unaufhaltsam weiter, unabhängig von der Meinung anderer. Der letzte Teil des Gedichts gibt einen Ausblick auf das Ende dieses Kreislaufs. Der Herr, also Gott, wird am Ende alles richten und schlichten. Doch selbst dann wird kein Wort verloren sein, jede Geschichte und jedes Gedicht wird seine Bedeutung behalten. So zeigt das Gedicht eine tiefe Wertschätzung für das Leben und die Literatur, die beide als ewige und unzerstörbare Kräfte dargestellt werden.

Schlüsselwörter

schreibt handeln dichten lebenslauf macht geschichten andre will

Wortwolke

Wortwolke zu So oder so

Stilmittel

Alliteration
verloren ist kein Wort
Kontrast
Die handeln und die dichten
Metapher
der Herr wird alles schlichten
Parallelismus
Die handeln und die dichten, das ist der Lebenslauf, der eine macht Geschichten, der andre schreibt sie auf
Reimschema
AABBAABB