Sittenveränderung
1804Eingezogen und sittsam verfließt die Zeit mir als Jungfrau, Ist die Hochzeit vorbei, fängt das Commercium erst an.
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Interpretation
Das Gedicht "Sittenveränderung" von Wilhelm Friedrich Waiblinger thematisiert den Übergang vom Junggesellendasein zum Eheleben. Es beginnt mit der Beschreibung einer Zeit, die "eingezogen und sittsam" vergeht, was auf eine zurückhaltende und enthaltsame Lebensweise als Junggeselle hindeutet. Die Metapher der Jungfrau symbolisiert hier die Unschuld und die Enthaltsamkeit vor der Ehe. Die Zeit wird als etwas dargestellt, das still und ohne große Ereignisse vergeht, was auf eine Phase der Ruhe und der Vorbereitung hindeutet. Die Zeile "Ist die Hochzeit vorbei, fängt das Commercium erst an" markiert einen Wendepunkt im Leben des Sprechers. Die Hochzeit wird als ein Übergangsritual dargestellt, das das Ende der vorherigen Lebensphase einläutet. Das Wort "Commercium" ist hier als Anspielung auf das sexuelle Verhältnis zu verstehen, das erst nach der Eheschließung beginnt. Dies deutet darauf hin, dass die Ehe als der Beginn einer neuen, intimen Phase im Leben des Sprechers gesehen wird, in der die körperliche und emotionale Nähe zum Partner im Vordergrund steht. Insgesamt reflektiert das Gedicht die gesellschaftlichen Normen und Erwartungen an die Lebensphasen eines Mannes im 19. Jahrhundert. Es zeigt den Übergang von einer Zeit der Zurückhaltung und Unschuld zu einer Zeit der Intimität und des gemeinsamen Lebens. Die Sprache ist dabei bewusst metaphorisch und deutet auf die tiefgreifenden Veränderungen hin, die mit der Ehe einhergehen, sowohl auf emotionaler als auch auf körperlicher Ebene.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Kontrast
- Ist die Hochzeit vorbei, fängt das Commercium erst an
- Metapher
- Eingezogen und sittsam verfließt die Zeit mir als Jungfrau
- Personifikation
- verfließt die Zeit mir als Jungfrau