Sistinische Kapelle
1893Nun so seh′ ich doch endlich einmal die berühmte Kapelle, Aber das närrische Zeug, dort an der Decke, was ist′s? »Wie? ich verstehe Sie nicht, das sind Angelo′s große Propheten!« - Spaß bei Seite, mein Freund, wär′ das der Michel im Ernst?
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Interpretation
Das Gedicht "Sistinische Kapelle" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschreibt einen Besuch des Sprechers in der berühmten Sixtinischen Kapelle. Der erste Eindruck des Sprechers ist jedoch eher ernüchternd, da er die Deckengemälde von Michelangelo als "närrisches Zeug" bezeichnet. Er scheint die künstlerische Qualität der Werke nicht zu erkennen oder zu schätzen. In der zweiten Strophe wird deutlich, dass der Sprecher die Deckengemälde nicht als Propheten erkennen kann. Als sein Begleiter ihm erklärt, dass es sich um Michelangelos "große Propheten" handelt, reagiert der Sprecher mit Ironie und Skepsis. Er fragt, ob das Michelangelo im Ernst gemeint haben könnte, was seine Zweifel an der künstlerischen Qualität der Werke unterstreicht. Das Gedicht zeichnet sich durch eine kritische und humorvolle Haltung gegenüber der Kunst Michelangelos aus. Der Sprecher scheint die Werke als überbewertet oder unverständlich zu empfinden. Die Ironie und der Sarkasmus in seinen Aussagen deuten darauf hin, dass er die Sixtinische Kapelle und ihre berühmten Deckengemälde nicht als Meisterwerke der Kunst betrachtet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Nun so seh' ich doch endlich einmal
- Ironie
- Spaß bei Seite, mein Freund, wär' das der Michel im Ernst?
- Metapher
- das närrische Zeug, dort an der Decke
- Rhetorische Frage
- Aber das närrische Zeug, dort an der Decke, was ist's?