Siehe, auch ich -lebe
1914Also ihr lebt noch, alle, alle, ihr, am Bach ihr Weiden und am Hang ihr Birken, und fangt von neuem an, euch auszuwirken, und wart so lang nur Schlummernde, gleich - mir.
Siehe, du Blume hier, du Vogel dort, sieh, wie auch ich von neuem mich erhebe… Voll innern Jubels treib ich Wort auf Wort… Siehe, auch ich, ich schien nur tot. Ich lebe!
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Interpretation
Das Gedicht "Siehe, auch ich -lebe" von Christian Morgenstern handelt von der Wiederkehr des Lebens und der Kraft des Ausdrucks. Der Sprecher stellt fest, dass alle um ihn herum – Weiden, Birken, Blumen und Vögel – wieder zum Leben erwachen und ihre Wirkung entfalten. Er selbst war wie sie nur im Schlummer, aber nun erhebt er sich ebenfalls neu und lässt seinen inneren Jubel in Worten fließen. Der Sprecher vergleicht sich mit den Pflanzen und Tieren, die nach einer Phase der Ruhe wieder aktiv werden. Er betont, dass auch er nur scheinbar tot war, aber nun lebt und sich ausdrückt. Die Wiederbelebung des Sprechers wird durch die Wiederbelebung der Natur symbolisiert, was auf eine enge Verbindung zwischen Mensch und Natur hinweist. Das Gedicht endet mit der triumphalen Aussage "Siehe, auch ich, ich schien nur tot. Ich lebe!" Dies zeigt die Freude und den Stolz des Sprechers darüber, dass er wieder zum Leben erwacht ist und seine Gedanken und Gefühle in Worte fassen kann. Die Wiederkehr des Lebens und der Ausdruckskraft wird als etwas Wunderbares und Jubelndes dargestellt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Siehe, du Blume hier, du Vogel dort
- Hyperbel
- treib ich Wort auf Wort
- Metapher
- Voll innern Jubels
- Personifikation
- am Bach ihr Weiden und am Hang ihr Birken
- Vergleich
- Schlummernde, gleich - mir
- Wiederholung
- Siehe, auch ich, ich schien nur tot. Ich lebe!