Sie war

Rainer Maria Rilke

1875

Ein unerwünschtes Kind, verstoßen auch aus der Mutter Nachtgebet, und ewig fern von jenem Großen, das gebend durch die Zeiten geht.

Sie wünschte wenig - und nur selten kam wie ein Weinen über sie nach einem Land mit Purpurzelten, nach einer fremden Melodie,

nach weißen Wegen, die nicht stauben - dann bog sie Rosen sich ins Haar, und konnte doch nie Liebe glauben, auch wenn es tief im Frühling war.

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Interpretation

Das Gedicht "Sie war" von Rainer Maria Rilke handelt von einem unerwünschten Kind, das von Anfang an verstoßen und ausgeschlossen war. Es fühlt sich ewig fern von allem Großen und Gebenden, das durch die Zeiten geht. Die Person wünscht sich wenig und selten, aber manchmal überkommt sie ein Wehklagen nach einem fernen Land mit purpurfarbenen Zelten, nach einer fremden Melodie und nach weißen Wegen, die nicht stauben. Doch selbst wenn sie sich Rosen ins Haar bindet, kann sie nie an die Liebe glauben, nicht einmal im tiefen Frühling. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Einsamkeit und Sehnsucht nach einer Welt, die der Person verwehrt bleibt.

Schlüsselwörter

unerwünschtes kind verstoßen mutter nachtgebet ewig fern jenem

Wortwolke

Wortwolke zu Sie war

Stilmittel

Alliteration
Sie wünschte wenig - und nur selten
Bildlichkeit
nach einem Land mit Purpurzelten
Hyperbel
und ewig fern von jenem Großen
Metapher
verstoßen auch aus der Mutter Nachtgebet
Personifikation
dann bog sie Rosen sich ins Haar
Symbolik
nach weißen Wegen, die nicht stauben