Sie seuffzten beide

Hans Aßmann Freiherr von Abschatz

1699

Du pflegest Dich gantz laut / ich heimlich zu beklagen / Die Seuffzer sind gemein bey dir und mir / mein Kind: Ich weiß / daß meine nur auf dich gerichtet sind / von deinen weiß ich nichts zu sagen. Ein Ander mag uns Neyd um unsre Seuffzer tragen: Ich weiß / daß meine nur auf dich gerichtet sind. Wohin die deinen gehn / mein allerliebstes Kind / Da weiß ich nichts / und will nichts sagen.

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Interpretation

Das Gedicht "Sie seuffzten beide" von Hans Aßmann Freiherr von Abschatz handelt von einem Paar, das gemeinsam seufzt, jedoch aus unterschiedlichen Gründen. Der Sprecher beklagt sich laut, während die angesprochene Person, vermutlich eine Frau, heimlich seufzt. Der Sprecher weiß, dass seine Seufzer nur auf die angesprochene Person gerichtet sind, während er nichts über die Gründe für ihre Seufzer weiß. Der Sprecher vermutet, dass ein anderer die Gründe für ihre Seufzer kennt und dass sie möglicherweise aufgrund einer anderen Person seufzt. Trotzdem will er nichts darüber sagen oder wissen, wohin ihre Seufzer gehen. Es herrscht eine gewisse Unsicherheit und Misstrauen in der Beziehung, da der Sprecher nicht weiß, ob die Gefühle der angesprochenen Person ihm gegenüber echt sind. Das Gedicht vermittelt eine Atmosphäre von Sehnsucht, Zweifel und Ungewissheit. Der Sprecher sehnt sich nach einer tieferen Verbindung und Verständnis, während er gleichzeitig befürchtet, dass die Gefühle der angesprochenen Person nicht aufrichtig sind. Die Wiederholung des Satzes "Ich weiß / daß meine nur auf dich gerichtet sind" unterstreicht die Einzigartigkeit und Intensität der Gefühle des Sprechers, während die angesprochene Person möglicherweise geteilte oder unklare Gefühle hat.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Ich weiß / daß meine nur auf dich gerichtet sind
Chiasmus
Du pflegest Dich gantz laut / ich heimlich zu beklagen
Enjambement
Ein Ander mag uns Neyd um unsre Seuffzer tragen: / Ich weiß / daß meine nur auf dich gerichtet sind.
Metapher
Seuffzer sind gemein