Sie schreitet in Schönheit
1811Sie schreitet in Schönheit, wie die Nacht bei wolkenlosen Atmosphären und sternklaren Himmeln; und alte Vorzüge des Dunklen und Hellen vereinigen sich in ihrer Erscheinung und ihren Augen: so gemildert zu jenem zarten Licht, das der Himmel dem grellen Tag verweigert.
Ein Schatten mehr, ein Strahl weniger hätte die unbeschreibliche Anmut fast beeinträchtigt, welche in jeder rabenschwarzen Locke wallt oder weich über ihr Antlitz leuchtet; wo heitersüße Gedanken zum Ausdruck bringen, wie rein, wie teuer ihre Wohnstatt.
Und auf jener Wange und über jene Braue, so weich, so ruhig, und doch so beredt, erzählt das Lächeln, das einnimmt, die Farben, die strahlen, nur von Tagen, die in Güte verbracht sind, einem Geist, der im Frieden ist mit allem [hier] drunten, einem Herz, dessen Liebe unschuldig ist.
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Interpretation
Das Gedicht "She Walks in Beauty" von George Gordon Lord Byron beschreibt die Schönheit einer Frau, die wie die Nacht erscheint, in der Dunkelheit und Licht auf harmonische Weise verschmelzen. Die Dichterin vergleicht ihre Erscheinung mit wolkenlosen Nächten und sternklaren Himmeln, wobei die Vereinigung von Dunkelheit und Licht ihre Schönheit noch verstärkt. Die sanfte Ausstrahlung ihrer Augen und das zarte Licht, das von ihr ausgeht, werden als etwas beschrieben, das dem grellen Tag verwehrt bleibt. Der zweite Teil des Gedichts betont die Perfektion ihrer Schönheit, bei der selbst der kleinste Unterschied ihre unwiderstehliche Anmut beeinträchtigen könnte. Die dunklen Locken und das sanfte Leuchten ihres Gesichts werden als Ausdruck reiner und liebevoller Gedanken beschrieben. Die Schönheit der Frau wird nicht nur als äußerlich wahrgenommen, sondern auch als Ausdruck ihrer inneren Reinheit und Güte. Im letzten Teil des Gedichts wird die Ruhe und Gelassenheit der Frau hervorgehoben, die sich in ihrem Lächeln und ihrem strahlenden Gesicht widerspiegelt. Die Schönheit wird als Ergebnis von Tagen beschrieben, die in Güte verbracht wurden, und als Ausdruck eines friedvollen Geistes und eines unschuldigen Herzens. Die Frau wird als jemand dargestellt, der in Harmonie mit der Welt um sie herum lebt und deren Schönheit sowohl äußerlich als auch innerlich zum Ausdruck kommt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- heitersüße Gedanken
- Bildlichkeit
- welche in jeder rabenschwarzen Locke wallt oder weich über ihr Antlitz leuchtet
- Hyperbel
- Ein Schatten mehr, ein Strahl weniger hätte die unbeschreibliche Anmut fast beeinträchtigt
- Kontrast
- Ein Schatten mehr, ein Strahl weniger
- Metapher
- Sie schreitet in Schönheit, wie die Nacht
- Oxymoron
- heitersüße Gedanken
- Parallelismus
- So weich, so ruhig, und doch so beredt
- Personifikation
- und alte Vorzüge des Dunklen und Hellen vereinigen sich in ihrer Erscheinung
- Symbolik
- so gemildert zu jenem zarten Licht, das der Himmel dem grellen Tag verweigert
- Vergleich
- wie die Nacht bei wolkenlosen Atmosphären und sternklaren Himmeln