Sicilianische Lieder (8) - Die Tochter von Carini

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1893

Nicht von Heroen und Kriegern, von Königen oder Tyrannen, Dion und Dionys und von Timoleon nicht, Nicht von Roger dem Grafen, von Arabern oder Normannen, Nicht von Staufen ertönt oder von Franken mein Lied. Euch, o freundliche Wellen, entrauscht den Saiten der Wohllaut, Die ihr purpurnen Scheins lustig den Kahn mir umhüpft. Noch umwehn mich die Düfte des fruchtbeladenen Thales, Wo verschwindend Natur Wollust empfindet und weckt. Und der spiegelnden Fluth entragt der geröthete Meerfels, Den der Schiffer umfährt, wenn er Panormus erstrebt. Lachend rollet der Golf die glänzenden Wogen und ferne Dämmert im Reiche Neptuns Ustica bläulichen Dufts. Und dem felsigen Hang, der niederhängt in die Wasser, Rudr′ ich entgegen; wie süß hier die Erinnerung ist! Hykkara schwand, es zerstört′ es der Grieche; doch immer lebendig Bleibt dein reizendstes Bild, schönste der Griechinnen, mir. Laïs Heimath zu sein, nicht rühme sich dessen Carini, Wenn es der Tochter auch ewige Glorie verdankt. Eher glaub′ ich, sie stieg vollendet aus goldenen Fluthen, Um dem entzückten Geschlecht sichtbare Göttin zu sein.

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Illustration zu Sicilianische Lieder (8) - Die Tochter von Carini

Interpretation

Das Gedicht "Sicilianische Lieder (8) - Die Tochter von Carini" von Wilhelm Friedrich Waiblinger handelt von der Schönheit und Anmut einer griechischen Frau aus Carini auf Sizilien. Der Sprecher preist die natürliche Pracht der Landschaft und die Erinnerung an diese Frau, die ihm als "schönste der Griechinnen" in Erinnerung geblieben ist. Das Gedicht ist eine Hommage an die Frau und ihre Heimatstadt Carini. Der Sprecher betont, dass er nicht über Helden, Könige oder Tyrannen singen möchte, sondern über die Schönheit der Frau und die Landschaft Siziliens. Die Frau wird als Göttin beschrieben, die aus den "goldenen Fluten" aufgestiegen ist, um den Menschen sichtbar zu sein. Die Erinnerung an sie und ihre Heimatstadt Carini wird als ewig und glorreich dargestellt. Das Gedicht ist in einem lyrischen und beschreibenden Stil verfasst, der die Schönheit und Anmut der Frau und der Landschaft Siziliens einfängt. Der Sprecher verwendet Metaphern und Vergleiche, um die Schönheit der Frau und die Landschaft zu beschreiben. Das Gedicht ist eine Ode an die Frau und ihre Heimatstadt Carini und ein Loblied auf die Schönheit und Anmut der Frau.

Schlüsselwörter

heroen kriegern königen tyrannen dion dionys timoleon roger

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Laïs Heimath zu sein, nicht rühme sich dessen Carini
Bildlichkeit
Lachend rollet der Golf die glänzenden Wogen und ferne Dämmert im Reiche Neptuns Ustica bläulichen Dufts.
Hyperbel
Eher glaub′ ich, sie stieg vollendet aus goldenen Fluthen, Um dem entzückten Geschlecht sichtbare Göttin zu sein.
Metapher
Nicht von Heroen und Kriegern, von Königen oder Tyrannen, Dion und Dionys und von Timoleon nicht, Nicht von Roger dem Grafen, von Arabern oder Normannen, Nicht von Staufen ertönt oder von Franken mein Lied.
Personifikation
Euch, o freundliche Wellen, entrauscht den Saiten der Wohllaut, Die ihr purpurnen Scheins lustig den Kahn mir umhüpft.
Vergleich
Und dem felsigen Hang, der niederhängt in die Wasser, Rudr′ ich entgegen; wie süß hier die Erinnerung ist!