Sich beschäftigen ...

Ferdinand Hardekopf

unknown

Es ward zu blass, als Abenteuer, Aus schönen Augen jenes Feuer. Man blinzelte ins Weltgewoge Und nahm die Politik, als Drogue.

Man brauchte aber mehr Gefahr, Als daraus zu ersaugen war: Man schlich, mit süß gepresstem Atem, Cambriolierend, zu Privatem.

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Illustration zu Sich beschäftigen ...

Interpretation

Das Gedicht "Sich beschäftigen ..." von Ferdinand Hardekopf thematisiert die Suche nach Abenteuer und Aufregung im Leben. Die anfängliche Leidenschaft und das Feuer in den Augen des lyrischen Ichs haben an Intensität verloren, wodurch die Welt als blass und uninteressant erscheint. Als Ersatz für das verlorene Abenteuer wendet sich das Ich der Politik zu, die jedoch nur als eine Art Droge fungiert, um die Leere zu füllen. Da die Politik nicht genügend Gefahr und Nervenkitzel bietet, sucht das Ich nach einer neuen Herausforderung. Es schleicht sich mit angehaltenem Atem in die Privatsphäre anderer ein, um dort Abenteuer und Aufregung zu finden. Diese Einbrüche in die Intimsphäre werden als "Cambriolieren" bezeichnet, was auf einen gewaltsamen und unerlaubten Eintritt hindeutet. Das Gedicht kritisiert die Suche nach Aufregung und Abenteuer in einer Welt, die als langweilig und uninteressant empfunden wird. Es zeigt, wie das Ich bereit ist, die Grenzen der Moral und des Anstands zu überschreiten, um seinen Drang nach Nervenkitzel zu befriedigen. Die Sprache des Gedichts ist bildhaft und metaphorisch, was die Intensität der Gefühle und die Dringlichkeit der Suche nach Abenteuer unterstreicht.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
süß gepresstem Atem
Metapher
Cambriolierend, zu Privatem
Personifikation
Man blinzelte ins Weltgewoge