Sgricci

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1827

Sicherlich ist′s zum Erstaunen, er improvisirt mir im Fluge Wie der Wind so ein Ding, wie ′ne Tragödie, her. Jahre studieren andre daran, ein Abend genügt ihm, Wie sie an Einem entsteht, so auch vergeht sie an ihm.

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Interpretation

Das Gedicht "Sgricci" von Wilhelm Friedrich Waiblinger thematisiert die außergewöhnliche Fähigkeit des italienischen Schauspielers und Dichters Antonio Sgricci, der für seine improvisatorischen Künste berühmt war. Waiblinger bewundert Sgriccis Talent, innerhalb kürzester Zeit ganze Tragödien zu erschaffen, als wäre es ein müheloser Flug des Windes. Die erste Strophe verdeutlicht den Kontrast zwischen Sgriccis spontaner Kreativität und der langwierigen Arbeit anderer Künstler, die Jahre für die Entwicklung eines Werkes benötigen. In der zweiten Strophe wird die Vergänglichkeit von Sgriccis Kunstwerken betont. Obwohl er in einem einzigen Abend ein Werk erschafft, das andere Jahre studieren, vergeht es ebenso schnell wieder an ihm. Dies könnte als Metapher für die flüchtige Natur der Inspiration und der improvisatorischen Kunst verstanden werden, die nicht in fester Form existiert, sondern im Moment des Schaffens lebt und vergeht. Das Gedicht reflektiert über die Natur von Genie und Kreativität. Sgricci wird als ein außergewöhnliches Talent dargestellt, das die Grenzen des konventionellen Schaffensprozesses überschreitet. Waiblinger stellt die Frage nach dem Wert von Kunst, die so schnell entsteht und vergeht, und lässt den Leser über die Tiefe und Bedeutung von improvisatorischer Kunst nachdenken.

Schlüsselwörter

sicherlich erstaunen improvisirt fluge wind ding tragödie her

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Stilmittel

Hyperbel
Wie ′ne Tragödie, her
Kontrast
Jahre studieren andre daran, ein Abend genügt ihm
Metapher
Wie der Wind so ein Ding