Selbstgefühl

Friedrich Theodor Vischer

1870

Fehlt es an wahrem Selbstgefühl, Da dient der Stolz als hohler Pfühl.

Wem wird viel an Triumphen liegen? Dem, der die Kraft nicht hat zu Siegen.

Uebermuth und Sklavensinn, Die sind in Einer Schachtel drin.

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Interpretation

Das Gedicht "Selbstgefühl" von Friedrich Theodor Vischer behandelt das Verhältnis zwischen echtem Selbstbewusstsein und dessen Ersatzformen. Es beginnt mit der These, dass Stolz als hohler Pfuhl auftritt, wenn das wahre Selbstgefühl fehlt. Der Stolz wird somit als unzureichende Kompensation für ein fehlendes echtes Selbstbewusstsein dargestellt. Im zweiten Teil des Gedichts stellt Vischer die Frage nach dem Wert von Triumphen und antwortet, dass sie nur für diejenigen von Bedeutung sind, die nicht die Kraft haben zu siegen. Hier wird die Idee vertieft, dass äußere Erfolge und Anerkennung oft von Menschen gesucht werden, die innerlich unsicher sind und ihre Schwächen durch äußere Leistungen kompensieren möchten. Der letzte Teil des Gedichts bringt eine überraschende Verbindung: Übermut und Sklavensinn werden als in einer Schachtel enthalten beschrieben. Dies deutet darauf hin, dass diese scheinbar gegensätzlichen Verhaltensweisen – übertriebener Stolz und übertriebene Unterwürfigkeit – in Wirklichkeit zwei Seiten derselben Medaille sind und aus einem Mangel an echtem Selbstgefühl entstehen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Antithese
Uebermuth und Sklavensinn, Die sind in Einer Schachtel drin
Metapher
Der Stolz als hohler Pfühl
Parallelismus
Fehlt es an wahrem Selbstgefühl, Da dient der Stolz als hohler Pfühl
Rhetorische Frage
Wem wird viel an Triumphen liegen?