Seinem ältesten Freunde Karl Grafen von der Gröben, als er sich mit dem Fräulein Selma von Dörnb
unknownUns klingt aus alten Mären Viel Wunders alter Zeit, Von Helden reich an Ehren Und arbeivollem Streit. Es dringt in Herz und Ohren Die Kunde wie ein Pfeil: Auch wir sind hochgeboren, Zu gleicher Thaten Heil.
Ein Freiherr, stark im Muthe Und freundlich als ein Kind, Aus tapferm Hessenblute, War also hochgesinnt. Nicht also konnt′ er′s tragen, Die Freiheit, meint′ er, siegt, Das Joch wird nun zerschlagen, Das auf dem Volke liegt.
Vergebens war sein Mühen, Die Zeit so trüb und schwer, Der starke Held muß fliehen Und ziehen über′s Meer. Zeuch hin, zeuch hin in Ehren, Du frommer Pilgersmann, Die Enkel wird man lehren Von Dörnbergs edlem Bann.
Ein junger Graf aus Preußen, Ein fröhlich Heldenkind, Die Ketten zu zerreißen Durch Tag und Nächte sinnt. Er konnte nicht gewinnen Der Freiheit reichen Hort, Und zog im kühnen Sinnen Hinauf zum fernen Nord.
O Heimat, reich an Freuden! O Heimat, reich an Leid! So klagen wol die Beiden In trüber Banneszeit. In England und in Schweden Hört mancher tapfre Mann Die freien kühnen Reden, Und freut und stärkt sich dran.
Da leuchten Moskau′s Flammen, Ein freudig Morgenroth; Die von Thuiskon stammen, Verstehn solch Heergebot: Viel süße liebe Stimmen Erklingen über′s Meer, Die beiden Kämpfer schwimmen Auf schnellen Schiffen her.
Wo heiße Kugeln regnen, Und Blitze sprüht der Stahl, Bei Lüneburg begegnen Sie sich zum ersten Mal. Da sprang der Edeln Kette, Das war ein schöner Tag, Als auf dem harten Bette Der Morand blutig lag.
Die beiden Männer grüßen Sich nun mit ernstem Gruß, Die beiden Herzen fließen In eins, ein Heldenfluß. Und schnell nach allen Seiten Geht′s wieder fort und fort, Es galt ein muntres Streiten An manchem lieben Ort.
Viel edle Herzen gaben Sich hin dem frommen Brauch, Drei Karle sind begraben, Und Bruder Wilhelm auch. Scharnhorst, der Stille, Treue, Er fing das Opfer an, Friesen, der Schöne, Freie, Und mancher deutsche Mann.
Wer mag die Wunder nennen Aus jenem großen Jahr, Das gläubige Entbrennen Der ganzen Völkerschaar? Das klingt aus aller Herzen, Es geht von Mund zu Mund, Und wird in späten Schmerzen Dem welschen Enkel kund.
Und als zum zweiten Male Die falsche Babel sank, Aus goldner Beuteschale Der deutsche Wehrmann trank, Da war auch dir beschieden, Mein Graf, ein Siegespfand, Es bot in Lieb′ und Frieden Dir Dörnbergs Kind die Hand.
Der Dörnberg spricht zum Gröben; »Das bringt uns reiche Lust!« Als ob ihn Flügel höben Schwillt Gröbens kühne Brust. Solch Kleinod zu gewinnen, Wenn das Paris bewahrt, Wer möchte nicht beginnen Dahin die Ritterfahrt?
Nicht mehr die Stadt der Blinden, Wo solche Augen glühn, Nicht mehr die Stadt der Sünden, Wo solche Palmen blühn; Sie kommen froh zusammen, Paris an deinem Herd, Da segnen ihre Flammen So Karl als Dagobert.
Der Max will auch nicht säumen, Und grüßet fromm die Braut, Er hat sie nur in Träumen, Doch wie so klar, geschaut. Und wie die Becher kreisen, Und wie die Fackel glüht, Beginnt in alten Weisen Ein wunderbares Lied.
Auf euch, ihr Nordlands-Grüfte, Blühn Kränze frisch und grün, Wir hören durch die Lüfte Viel alte Klänge ziehn; O Morven, deine Hallen Sind alle stumm und leer! Die freien Töne wallen Zu jungen Helden her.
Send′ alle deine Lieder, O Selma! diesem Kind, Und blickt sie weinend nieder, So tröste schnell und lind. Soll sie den Namen führen Von dir, du Harfenklang, Mußt du ihr Leben zieren Mit Saiten und Gesang.
Des Liedes Mächte walten, Die Gräber werden leer, Die herrlichen Gestalten Der Vorwelt ziehn einher. Die Schauer müssen weichen Vor solchem Lebenspfand, Auf Heldengräbern reichen Die Kinder sich die Hand.
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Interpretation
Das Gedicht "Seinem ältesten Freunde Karl Grafen von der Gröben, als er sich mit dem Fräulein Selma von Dörnberg vermählte" von Max von Schenkendorf ist eine Ode an die Freundschaft und die Freiheit. Es erzählt die Geschichte zweier Freunde, die für die Freiheit kämpfen und dabei große Opfer bringen. Das Gedicht beginnt mit einem Rückblick auf die Vergangenheit und die Helden der alten Zeit, die für ihre Überzeugungen kämpften. Dann wird die Geschichte der beiden Freunde erzählt, die ebenfalls für die Freiheit kämpfen und dabei große Opfer bringen. Das Gedicht endet mit einem Blick in die Zukunft und der Hoffnung, dass die Kinder der beiden Freunde die Werte der Freiheit und Freundschaft weiterleben lassen werden. Das Gedicht ist in einem feierlichen und patriotischen Ton gehalten. Es ist voller Symbolik und Anspielungen auf die deutsche Geschichte und Kultur. Das Gedicht ist ein Zeugnis der Romantik und ihrer Ideale von Freiheit, Freundschaft und Patriotismus.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- [Viel Wunders alter Zeit Helden reich an Ehren arbeivollem Streit Es dringt in Herz und Ohren Auch wir sind hochgeboren Zu gleicher Thaten Heil Ein Freiherr, stark im Muthe Und freundlich als ein Kind Aus tapferm Hessenblute war also hochgesinnt Die Ketten zu zerreißen Durch Tag und Nächte sinnt und zog im kühnen Sinnen Hinauf zum fernen Nord O Heimat, reich an Freuden! / O Heimat, reich an Leid! In England und in Schweden Hört mancher tapfre Mann Die freien kühnen Reden Und freut und stärkt sich dran Da leuchten Moskau's Flammen Ein freudig Morgenroth Die von Thuiskon stammen Verstehn solch Heergebot Viel süße liebe Stimmen Erklingen über's Meer Die beiden Kämpfer schwimmen Auf schnellen Schiffen her Wo heiße Kugeln regnen Und Blitze sprüht der Stahl Bei Lüneburg begegnen Sie sich zum ersten Mal Da sprang der Edeln Kette Das war ein schöner Tag Als auf dem harten Bette Der Morand blutig lag Die beiden Männer grüßen Sich nun mit ernstem Gruß Die beiden Herzen fließen In eins, ein Heldenfluß Und schnell nach allen Seiten Gehts wieder fort und fort Es galt ein muntres Streiten An manchem lieben Ort Viel edle Herzen gaben Sich hin dem frommen Brauch Drei Karle sind begraben Und Bruder Wilhelm auch Scharnhorst, der Stille, Treue Er fing das Opfer an Friesen, der Schöne, Freie Und mancher deutsche Mann Wer mag die Wunder nennen Aus jenem großen Jahr Das gläubige Entbrennen Der ganzen Völkerschaar Das klingt aus aller Herzen Es geht von Mund zu Mund Und wird in späten Schmerzen Dem welschen Enkel kund Und als zum zweiten Male Die falsche Babel sank Aus goldner Beuteschale Der deutsche Wehrmann trank Da war auch dir beschieden Mein Graf, ein Siegespfand Es bot in Lieb' und Frieden Dir Dörnbergs Kind die Hand Der Dörnberg spricht zum Gröben Das bringt uns reiche Lust Als ob ihn Flügel höben Schwillt Gröbens kühne Brust Solch Kleinod zu gewinnen Wenn das Paris bewahrt Wer möchte nicht beginnen Dahin die Ritterfahrt Nicht mehr die Stadt der Blinden Wo solche Augen glühn Nicht mehr die Stadt der Sünden Wo solche Palmen blühn Sie kommen froh zusammen Paris an deinem Herd Da segnen ihre Flammen So Karl als Dagobert Der Max will auch nicht säumen Und grüßt fromm die Braut Er hat sie nur in Träumen Doch wie so klar, geschaut Und wie die Becher kreisen Und wie die Fackel glüht Beginnt in alten Weisen Ein wunderbares Lied Auf euch, ihr Nordlands-Grüfte Blühn Kränze frisch und grün Wir hören durch die Lüfte Viel alte Klänge ziehn O Morven, deine Hallen Sind alle stumm und leer Die freien Töne wallen Zu jungen Helden her Send' alle deine Lieder O Selma! diesem Kind Und blickt sie weinend nieder So tröste schnell und lind Soll sie den Namen führen Von dir, du Harfenklang Mußt du ihr Leben zieren Mit Saiten und Gesang Des Liedes Mächte walten Die Gräber werden leer Die herrlichen Gestalten Der Vorwelt ziehn einher Die Schauer müssen weichen Vor solchem Lebenspfand Auf Heldengräbern reichen Die Kinder sich die Hand]
- Anapher
- [O Heimat, reich an Freuden! / O Heimat, reich an Leid! Die beiden Männer grüßen / Sich nun mit ernstem Gruß, / Die beiden Herzen fließen / In eins, ein Heldenfluß. Send' alle deine Lieder, / O Selma! diesem Kind Nicht mehr die Stadt der Blinden, / Wo solche Augen glühn, / Nicht mehr die Stadt der Sünden, / Wo solche Palmen blühn]
- Hyperbel
- [Es dringt in Herz und Ohren / Die Kunde wie ein Pfeil Als ob ihn Flügel höben / Schwillt Gröbens kühne Brust Solch Kleinod zu gewinnen, / Wenn das Paris bewahrt]
- Metapher
- [Es dringt in Herz und Ohren / Die Kunde wie ein Pfeil Der starke Held muß fliehen / Und ziehen über's Meer O Heimat, reich an Freuden! / O Heimat, reich an Leid! Wo heiße Kugeln regnen, / Und Blitze sprüht der Stahl Die beiden Herzen fließen / In eins, ein Heldenfluß Der deutsche Wehrmann trank Die falsche Babel sank Als ob ihn Flügel höben / Schwillt Gröbens kühne Brust Paris an deinem Herd Die beiden Kämpfer schwimmen / Auf schnellen Schiffen her Die beiden Männer grüßen / Sich nun mit ernstem Gruß]
- Personifikation
- [Uns klingt aus alten Mären / Viel Wunders alter Zeit Die beiden Herzen fließen / In eins, ein Heldenfluß Es galt ein muntres Streiten / An manchem lieben Ort Der Max will auch nicht säumen, / Und grüßt fromm die Braut Die freien Töne wallen / Zu jungen Helden her Des Liedes Mächte walten Die Gräber werden leer Die Schauer müssen weichen / Vor solchem Lebenspfand Die Kinder sich die Hand]
- Symbolik
- [Der deutsche Wehrmann trank Die falsche Babel sank Paris an deinem Herd Die Kinder sich die Hand]