Sehnsucht nach den Bergen

Charlotte von Ahlefeld

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Auf den Gipfeln erhabener Berge Dünken die Sorgen der Erde mir Zwerge, Wenn sie im Thale als Riesen mir drohn. Dort erheben die ernsten Gedanken Sich über des Schicksals drückende Schranken, Muthig dem Dunstkreis der Tiefe entflohn.

O Ihr geliebten, Ihr herrlichen Höhen, Werd′ ich im Schmerz des Verlangens vergehen, Ehe mein Auge Euch wieder begrüsst? - Wenn ich auf öder und formloser Haide Einsam die Qualen der Sehnsucht erleide, Wird es mir nimmer durch Hoffnung versüsst?

Möchte auf Bergen, näher den Sternen, Näher des Mondes ewigen Fernen, Nahe dem prächtigen Himmelsgezelt, Einst mir erscheinen die lächelnde Hore, Die mir eröffnet die goldenen Thore Einer zweiten, besseren Welt.

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Illustration zu Sehnsucht nach den Bergen

Interpretation

Das Gedicht "Sehnsucht nach den Bergen" von Charlotte von Ahlefeld thematisiert die erhabene Wirkung der Berge auf die menschliche Seele. Die Dichterin beschreibt, wie die Sorgen der Erde auf den Gipfeln der Berge klein und unbedeutend erscheinen, während sie im Tal bedrohlich und riesenhaft wirken. Die Berge bieten einen Raum für ernste Gedanken, die sich über die drückenden Schranken des Schicksals erheben können. Im zweiten Teil des Gedichts drückt die Autorin ihre tiefe Sehnsucht nach den Bergen aus und fragt sich, ob sie in ihrem Schmerz vergehen wird, bevor sie die geliebten Höhen wiedersehen kann. Sie sehnt sich danach, auf den Bergen zu sein, näher an den Sternen und dem Mond, und hofft, dass ihr dort eine lächelnde Hore die Tore zu einer besseren Welt öffnen wird. Die Berge werden somit zu einem Symbol der Hoffnung und der Sehnsucht nach einer transzendenten, erlösenden Erfahrung.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Gegensatz
Wenn sie im Thale als Riesen mir drohn
Metapher
Die mir eröffnet die goldenen Thore Einer zweiten, besseren Welt
Rhetorische Frage
Werd′ ich im Schmerz des Verlangens vergehen, Ehe mein Auge Euch wieder begrüsst?