Sehnsucht nach dem Frühling
1836O wie ist es kalt geworden Und so traurig, öd’ und leer! Rauhe Winde weh’n von Norden Und die Sonne scheint nicht mehr.
Auf die Berge möcht’ ich fliegen, Möchte seh’n ein grünes Thal, Möcht’ in Gras und Blumen liegen Und mich freu’n am Sonnenstrahl;
Möchte hören die Schalmeien Und der Heerden Glockenklang, Möchte freuen mich im Freien An der Vögel süßem Sang.
Schöner Frühling, komm doch wieder, Lieber Frühling, komm doch bald, Bring’ uns Blumen, Laub und Lieder, Schmücke wieder Feld und Wald!
Ja, du bist uns treu geblieben, Kommst nun bald in Pracht und Glanz, Bringst nun bald all deinen Lieben Sang und Freude, Spiel und Tanz.
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Interpretation
Das Gedicht "Sehnsucht nach dem Frühling" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben beschreibt die tiefe Sehnsucht des lyrischen Ichs nach der Wärme und Schönheit des Frühlings. Der Dichter malt ein Bild der kalten, traurigen und öden Winterlandschaft, in der raue Winde aus dem Norden wehen und die Sonne nicht mehr scheint. Dieses düstere Bild steht im Kontrast zur Sehnsucht nach der üppigen Natur des Frühlings, die der Sprecher mit Fliegen zu den Bergen, Liegen in Gras und Blumen und Freuen an der Sonne verbindet. Die Sehnsucht nach dem Frühling wird durch sinnliche Bilder und Klänge verstärkt. Der Sprecher möchte die Schalmeien hören und den Klang der Herden, sich im Freien an dem süßen Gesang der Vögel erfreuen. Diese sinnlichen Details schaffen eine lebendige und ansprechende Vorstellung von der Schönheit und dem Leben, die der Frühling bringt. Die Wiederholung des Flehens an den Frühling, "komm doch wieder" und "komm doch bald", unterstreicht die Ungeduld und das tiefe Verlangen des Sprechers nach der Rückkehr dieser Jahreszeit. Das Gedicht endet mit einer optimistischen Note, da der Frühling als treu und verlässlich dargestellt wird. Der Sprecher ist zuversichtlich, dass der Frühling bald in Pracht und Glanz zurückkehren wird und bringt mit sich Gesang, Freude, Spiel und Tanz. Diese Gewissheit vermittelt eine hoffnungsvolle Botschaft, dass trotz der gegenwärtigen Kälte und Düsternis die Schönheit und das Leben des Frühlings unausweichlich und willkommen sind. Das Gedicht vermittelt somit eine zeitlose Botschaft der Hoffnung und Erneuerung, die in der zyklischen Natur der Jahreszeiten eingebettet ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Schöner Frühling, komm doch wieder
- Anapher
- Möchte seh'n ein grünes Thal, Möchte in Gras und Blumen liegen
- Appell
- Bring' uns Blumen, Laub und Lieder, Schmücke wieder Feld und Wald!
- Hyperbel
- Auf die Berge möcht' ich fliegen
- Kontrast
- O wie ist es kalt geworden und so traurig, öd' und leer! / Und die Sonne scheint nicht mehr
- Metapher
- Rauhe Winde weh'n von Norden
- Personifikation
- Lieber Frühling, komm doch bald
- Symbolik
- Frühling als Symbol für Erneuerung und Freude