Sehnsucht
1790Als mein Auge sie fand Und mein Herz sie erkannt, O, wie glühte die Brust Von Entzücken, von Lust!
Wie voll Düfte die Au’, Und der Himmel, wie blau! Und der Wald voll Gesang, Und die Lüfte voll Klang!
Ohne Sie, wie so kalt, Und die Welt, wie so alt, Und die Erde, wie leer, Und das Herz, ach! – so schwer.
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Interpretation
Das Gedicht "Sehnsucht" von Joseph Christian von Zedlitz beschreibt die tiefe emotionale Wirkung, die eine geliebte Person auf den Sprecher hat. Im ersten Abschnitt wird die plötzliche und überwältigende Erkenntnis der Liebe dargestellt. Das Auffinden und Erkennen der geliebten Person löst eine intensive körperliche und emotionale Reaktion aus, die sich in der "glühenden Brust" und den Gefühlen von "Entzücken" und "Lust" äußert. Im zweiten Abschnitt wird die Welt um den Sprecher herum durch die Anwesenheit der Geliebten verwandelt. Die Natur wird lebendig und voller Schönheit: die Au ist voller Düfte, der Himmel ist tiefblau, der Wald erfüllt von Gesang und die Lüfte von Klang. Diese Beschreibungen verdeutlichen, wie die Liebe die Wahrnehmung der Umwelt verändert und sie in ein Paradies der Sinne verwandelt. Der dritte Abschnitt kontrastiert diese idyllische Welt mit der Leere und Kälte, die ohne die Geliebte herrscht. Die Welt erscheint ohne sie alt, leer und das Herz des Sprechers ist schwer. Diese Umkehrung der vorherigen Bilder unterstreicht die zentrale Rolle, die die Geliebte im Leben des Sprechers spielt. Die Sehnsucht nach ihr wird als ein tiefes, schmerzhaftes Verlangen dargestellt, das die gesamte Existenz des Sprechers durchdringt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Als mein Auge sie fand
- Kontrast
- Ohne Sie, wie so kalt
- Metapher
- Und das Herz, ach! – so schwer
- Personifikation
- Wie voll Düfte die Au'
- Vergleich
- Und der Himmel, wie blau