Seh ich dein Aug in Starrheit süß verloren...
1885Seh’ ich dein Aug’ in Starrheit süß verloren, Dem sonst so sonniges Leben hold entsprüht, Dünkt mir, Anna: du seist nicht erdgeboren, Daß fremder Welten Zauber dich umblüht. Seh’ ich dann Thränen deine Wangen feuchten, Schimmern in zarter Wimper Perlen gleich, Erschließt mir deiner Züge Wetterleuchten, Wie thaufrisch deine Seele und wie reich! Ich weiß: du möchtest gern ein Herz beglücken, So schön, so lieb, wie nimmer es geschieht. Ich weiß: du möchtest es der Welt entrücken, Daß also keusch und rein es auch erglüht: Wie all’ die Träume, die dich lind umweben, Wie all’ die Lust, die jauchzend aus dir bricht, Wie all’ die Strahlen, die dich leis’ umschweben, Du schöne Himmelsseele hehr und licht.
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Interpretation
Das Gedicht "Seh ich dein Aug in Starrheit süß verloren..." von Wilhelm Arent beschreibt die tiefe Bewunderung des lyrischen Ichs für eine Frau namens Anna. Das Gedicht zeichnet ein Bild von Annas geheimnisvoller Schönheit und ihrer scheinbar himmlischen Natur. Der Sprecher vergleicht ihre Augen mit denen einer Person, die nicht von dieser Welt zu sein scheint, als ob sie von einem Zauber fremder Welten umgeben wäre. In den folgenden Versen beschreibt der Sprecher Annas emotionale Tiefe und ihre innere Schönheit. Er bemerkt, wie Tränen ihre Wangen benetzen und wie ihre Augen wie Perlen schimmern. Das "Wetterleuchten" auf ihrem Gesicht offenbart ihm die Frische und den Reichtum ihrer Seele. Der Sprecher erkennt, dass Anna danach strebt, ein Herz zu erfreuen, und dass sie die Welt davon abhalten möchte, dieses Herz zu verderben, damit es rein und keusch bleibt. Das Gedicht schließt mit einer Huldigung an Anna als eine "schöne Himmelsseele". Der Sprecher vergleicht sie mit Träumen, die sie sanft umgeben, mit der Freude, die aus ihr herausbricht, und mit den Strahlen, die sie leicht umgeben. Insgesamt zeichnet das Gedicht das Bild einer idealisierten, fast göttlichen Frau, die den Sprecher tief beeindruckt und fasziniert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Wie all' die Tr�ume, die dich lind umweben
- Anapher
- Wie all' die Tr�ume, die dich lind umweben, Wie all' die Lust, die jauchzend aus dir bricht, Wie all' die Strahlen, die dich leis' umschweben
- Hyperbel
- Wie all' die Strahlen, die dich leis' umschweben
- Metapher
- daß fremder Welten Zauber dich umblüht
- Personifikation
- Dem sonst so sonniges Leben hold entspr�ht
- Symbolik
- deine Seele und wie reich
- Vergleich
- Schimmern in zarter Wimper Perlen gleich