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Seh ich dein Aug in Starrheit süß verloren…

Von

Seh‘ ich dein Aug‘ in Starrheit süß verloren,
Dem sonst so sonniges Leben hold entsprüht,
Dünkt mir, Anna: du seist nicht erdgeboren,
Daß fremder Welten Zauber dich umblüht.
Seh‘ ich dann Thränen deine Wangen feuchten,
Schimmern in zarter Wimper Perlen gleich,
Erschließt mir deiner Züge Wetterleuchten,
Wie thaufrisch deine Seele und wie reich!
Ich weiß: du möchtest gern ein Herz beglücken,
So schön, so lieb, wie nimmer es geschieht.
Ich weiß: du möchtest es der Welt entrücken,
Daß also keusch und rein es auch erglüht:
Wie all‘ die Träume, die dich lind umweben,
Wie all‘ die Lust, die jauchzend aus dir bricht,
Wie all‘ die Strahlen, die dich leis‘ umschweben,
Du schöne Himmelsseele hehr und licht.

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Gedicht: Seh ich dein Aug in Starrheit süß verloren... von Wilhelm Arent

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Seh ich dein Aug in Starrheit süß verloren“ von Wilhelm Arent ist eine Liebeserklärung, die von Bewunderung und einem tiefen Verständnis für die geliebte Person, hier „Anna“, zeugt. Es beginnt mit der Beobachtung eines spezifischen Zustands, der inneren Vertieftheit in den Augen der Geliebten, und zieht daraus eine poetische Interpretation. Der Dichter scheint Annas Blick als ein Tor zu einer anderen Welt zu sehen, als wäre sie nicht von dieser Erde, sondern von einer anderen Sphäre. Diese erste Strophe etabliert den Grundton der Verklärung und Überhöhung der Geliebten.

Im zweiten Teil des Gedichts, mit den Tränen, wandelt sich das Bild. Die „Thränen“ werden als kostbare Perlen stilisiert, und das „Wetterleuchten“ der Züge Annas enthüllt die Tiefe und Reinheit ihrer Seele. Hier wird der Fokus auf die emotionale Sensibilität und die innere Schönheit der Geliebten gelenkt. Der Dichter scheint in den Tränen Annas eine Offenbarung zu sehen, die ihn ihre wahre Natur erkennen lässt: eine Seele, die „thaufrisch“ und „reich“ ist. Diese Metaphern verstärken den Eindruck der Reinheit und Unberührtheit, die der Dichter in Anna wahrnimmt.

Die dritte Strophe verstärkt dieses Idealbild weiter. Der Dichter spricht von Annas Wunsch, ein Herz glücklich zu machen, und ihrem Wunsch, dieses Herz vor der Welt zu beschützen, sodass es „keusch und rein“ erglühen kann. Diese Zeilen zeigen nicht nur eine Bewunderung für Annas Güte und Reinheit, sondern auch ein Verständnis für ihre Sehnsüchte und Ideale. Es geht nicht nur um äußerliche Schönheit, sondern um die innere Welt der geliebten Person, ihre Wünsche und ihre moralischen Werte.

Die letzte Strophe gipfelt in der Anrufung Annas als „schöne Himmelsseele hehr und licht“. Hier kulminiert die Verklärung in einem hymnischen Lobgesang, in dem Annas Schönheit und Reinheit mit himmlischen Attributen verglichen werden. Die abschließenden Zeilen fassen zusammen, was den Dichter an Anna so fasziniert: ihre Träume, ihre Freude und ihre Ausstrahlung. Das Gedicht ist somit eine Hommage an die innere und äußere Schönheit, an die Reinheit und an die Sehnsüchte der geliebten Person, die in einer romantischen, idealisierten Weise dargestellt werden.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.